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Foto-Ausstellung Dogumenta Der Hund im Bild

Die Frankfurter Foto-Ausstellung "Dogumenta" zeigt unsere besten Freunde: mal hübsch, mal hässlich, immer ästhetisch. Die Resonanz ist riesig. Alleine zur Vernissage haben sich 250 Gäste angemeldet - und 25 Hunde.

"Shake" von Carli Davidson. Foto: Carli Davidson/Courtesy Bestregarts

Die Frankfurter Foto-Ausstellung "Dogumenta" zeigt unsere besten Freunde: mal hübsch, mal hässlich, immer ästhetisch. Die Resonanz ist riesig. Alleine zur Vernissage haben sich 250 Gäste angemeldet - und 25 Hunde.

Eine superbe Hommage, schrieb die berühmteste französische Tierfreundin Brigitte Bardot an den niederländischen Fotografen Mart Engelen, seien die Fotos von seinem Hund Aapje. Leider lebt Aapje nicht mehr, aber ein Buch erinnert noch an das wuschelige Tier – und wer die Fotos sehen möchte, hat jetzt in Frankfurt Gelegenheit dazu: Die Ausstellung „Dogumenta“ in der Galerie Bestregarts zeigt rund 100 Bilder von und mit Hunden, darunter auch Aapje. Und dazu gehört auch der Brief von Madame Bardot an Mart Engelen.

„Ich dachte ursprünglich, Hundefotografien, das wäre womöglich so ein profanes Thema“, sagt Ewa Nowik, die Kuratorin – obwohl sie selbst Hundebesitzerin und erklärte Tierschützerin ist. Aber schon bald hatte sie sich selbst eines Besseren belehrt. Die Fotos der 14 Künstler, die nun in der Ausstellung zu sehen sind: „Echt spannend. Wir haben den Hund als Superstar, den tauchenden, den spielenden, den behinderten Hund“, schwärmt Nowik. „Das sind nicht Bildchen von Hundis, das ist wunderbare Kunst, weltweit gesucht.“

Da sind etwa die behinderten Hunde, die die US-Fotografin Carli Davidson aufgenommen hat. Manche sind blind, manche haben nur noch zwei Beine (die hinteren zwei), andere hatten einen Schlaganfall. Und doch sind die Fotos ästhetisch. Der erste Eindruck ist mitunter ein „Wie putzig!“, erst der zweite ein „Oh, da stimmt doch was nicht mit dem Tier“.

Schon das Ankündigungsfoto ist ein echter Hingucker: Ein Dackel taucht mit weit aufgerissenen Augen und offener Schnauze einem Tennisball im Wasser hinterher. Kein Wunder, dass die Resonanz riesig ist. Schon 250 Gäste haben sich zur Vernissage am heutigen Dienstag angemeldet – und 25 Hunde. Sie müssen angeleint sein und einen Impfpass dabei haben. Wer am Abend noch spontan hingehen will, tut das auf eigene Gefahr; möglich, dass die Tür wegen Überfüllung geschlossen ist, warnt Ewa Nowik schon mal vor.

Fotos aus Hund-Perspektive

Zwischen all den Fotos vom Hund als Accessoire, als Objekt, als Model, als Liebling des Fotografen gibt es auch den Hund, der gar nicht zu sehen ist – weil die Bilder aus seiner Perspektive aufgenommen sind. Vom Hund selbst? Nein, von Jana Hartmann, die sich nicht zu schade war, auf alle Viere zu gehen und etwa Passantenbeine abzulichten. Hunde und Aktfotografie hat Karin Székessy zusammengebracht (Nowik: „Große, dicke Hunde und nackte Weiber“), und wenn man sich’s genau überlegt: Die Hunde zeigen sich ja auch nackt.

Die tauchenden Tiere sind das Meisterwerk von Seth Casteel, und Ruth Marcus hat einfach nur schöne Hunde fotografiert. Zu sehen sind also Shootingstars aus den USA, wie die Ausstellungsmacherin versichert, neben Arbeiten aus der Zeit zurück bis in die 70er Jahre – und Hunde, Hunde, Hunde.

War „Dogumenta“ während der Kasseler Documenta in diesem Jahr noch ein Kalauer über die stellenweise auffällige Hundezentriertheit der Kunstschau, so hat der Begriff in Frankfurt seine volle Berechtigung.

Dass mancher Hund ein Problem mit dem Ausstellungsraum im 14. Stockwerk des FBC-Hochhauses haben könnte, ist Bestregarts-Chefin Nowik bewusst: „Manche mögen die Schwingungen im Gebäude nicht, andere haben damit kein Problem. Darüber müssen die Besitzer entscheiden.“ Nowiks Dackelseniorin Janka etwa mag die Höhe gar nicht. Dagegen komme ihr neuer Schützling Luna damit ganz gut zurecht: „Das wird ein Bürohund.“ Zur Vernissage nimmt die Gastgeberin ihre Hunde nicht mit. „Aber manche genießen das. Manche Hunde mögen den Trubel.“

Alle Fotos der Ausstellung stehen zum Verkauf. Ein Teil des Erlöses soll in den Tierschutz gehen: an den Europäischen Tier- und Naturschutzverein, der mit Botschafterin Maja Prinzessin von Hohenzollern unter anderem Hunde aus der Ukraine rettet. Die Spendensumme soll nach Ausstellungsende veröffentlicht werden.

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