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Flughafen Frankfurt Eine Stadt ohne Einwohner

Eine Tour hinter die Kulissen des Frankfurter Flughafens erlaubt Blicke in einen Alltag, der oft unsichtbar bleibt: Von Radarfallen auf dem Rollfeld bis hin zu Hundehotels und Parkhilfen im Jumbo-Format.

Frankfurt Flughafen
Bevor es wieder hoch in die Lüfte geht, ist viel zu tun. Foto: Michael Schick

Was Bargeldspürhunde draufhaben, warum Blitzer auf einem Flughafengelände stehen und wie viele Flugzeuge am Tag starten – über all das und noch viel mehr weiß Stefan Dilfer etliche Details zu erzählen. Bei der neunzigminütigen Rundfahrt über den Frankfurter Flughafen erklärt der Tourguide interessierten Besuchern wie hier alles funktioniert.

„Wir haben die Infrastruktur einer Stadt mit rund 140 000 Einwohnern: Polizei, ein Krankenhaus, mehrere Feuerwehrwachen, zehn kirchliche Andachtsräume, Geschäfte, Gastronomie und sogar ein Hundehotel“, erzählt Dilfer vorne im Bus am Mikrofon. „Da kann man wohl zu recht sagen, dass das eine Stadt in der Stadt ist. Eine Stadt ohne Einwohner.“ Nur dass sich in anderen Städten nicht alle 30 Sekunden ein Flugzeug in die Luft erhebt.

Wegen diesen ist Daniel Hölscher (23) mit seiner Freundin Michelle Giese (22) sogar aus Düsseldorf angereist. „Die Flugzeuge sind so groß. Ich finde es beeindruckend, dass die überhaupt abheben“, sagt Hölscher über seine Begeisterung für die riesigen Maschinen. Mit dem jungen Paar sitzen heute zwanzig weitere Gäste im Bus, darunter ein Kegelclub aus Niedersachsen und eine Familie aus dem Saarland. Einmal um das 23 Quadratmeter große Gelände geht die Maxitour, bei der Stefan Dilfer sein Wissen mit den Besuchern teilt.

Als erstes ist ein Airbus 380 zu sehen, der für einen Flug nach Indien vorbereitet wird. „Die Tragflächen sind zwölf Meter länger als ein Fußballfeld breit ist und die Maschine ist hinten so hoch wie ein sechsstöckiges Mehrfamilienhaus“, kommentiert Dilfer. Bis zu 853 Passagiere passen in diesen Koloss. Trotzdem braucht das Bodenpersonal in Frankfurt maximal 90 Minuten, um so ein Flugzeug abzufertigen: Gepäck be- und entladen, Reinigung der Toiletten, Wasser auffüllen, Geschirr auswechseln, neue Verpflegung an Bord bringen, Betanken der Maschine, technische Überprüfungen – all das gehört dazu.

Entsprechend stehen die Mitarbeiter unter Zeitdruck. Trotzdem gilt eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Kilometer pro Stunde für die Fahrzeuge auf dem Flughafengelände. Damit sich alle daran halten, hat Fraport Radarfallen für die eigenen Mitarbeiter aufgestellt. Bei acht Punkten ist der Führerschein weg.

Aber nicht nur das Personal wird in Frankfurt gut überwacht. Besonders Passagiere aus Amsterdam werden hier unter die Lupe genommen, weiß Dilfer: „Das komplette Gepäck wird von Drogenspürhunden geprüft. Es wird jeden Tag etwas gefunden, da bringt es auch nichts, die Drogen in Kaffeedosen oder zwischen Zimtstangen zu verstecken.“

Neben Drogenspürhunden arbeiten auch Bargeldspürhunde in Frankfurt. Sie können den Geruch verschiedener Geldnoten und Währungen unterscheiden und helfen mit, Passagiere auszumachen, die illegal mehr als 10 000 Euro ein- oder ausführen wollen.

Ein Stück weiter hält der Bus, damit die Besucher aus der Nähe sehen können, wie ein Flugschlepper einen Jumbojet aus der Parkposition am Terminal in Richtung Rollfeld schiebt. Das nächste Flugzeug steht schon bereit, um einzuparken. Der Pilot muss die riesige Maschine bis auf den Zentimeter genau vor dem Terminal positionieren, weil sonst die Fluggastbrücken nicht exakt angedockt werden können.

Die Rundfahrt geht weiter und die Gäste drehen ihre Köpfe nach den nahe vorbeirollenden Flugzeugen. Bei bis zu 1600 Starts und Landungen am Tag gibt es davon einige zu sehen. Am Ende der Rundfahrt wissen die Gäste wohl mehr über technische Details, die Unternehmenspolitik von Fraport und den Naturschutz auf dem Flughafengelände als manch ein Pilot, der hier landet und startet. „Herr Dilfer hat das echt gut gemacht. Diese ganzen Details waren wirklich beeindruckend“, findet Michelle Giese aus Düsseldorf und auch ihr Freund strahlt begeistert.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Ferien zu Hause

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