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Filmmuseum Frankfurt Beam me up, Scotty

Dank Tablet und Smartphone ist es kinderleicht, zum Regisseur oder Hauptdarsteller in seinem eigenen Film zu werden. Das Filmmuseum in Frankfurt bietet für Jugendgruppen neuerdings dreistündige Workshops an.

Die jungen Regisseure bei der Arbeit. Foto: Christoph Boeckheler

Wie Trickfilmfiguren bewegen sich die Carl-von-Weinberg-Schüler auf der Leinwand: die Mädchen schnipsen mit dem Finger und – schwupps – verschwinden sie von der Bildfläche, die Jungs sitzen auf großen Kissen und fahren von unsichtbarer Hand angetrieben auf ihnen um die Wette. Solche filmischen Spielereien nennen Fachleute Pixilation: Pionier auf dem Gebiet war der Kanadier Norman McLaren, der verblüffende Effekte erzielte, indem er viele Einzelbilder aneinander schnitt. Das Wort Pixilation kommt nicht etwa von Pixel, „sondern bedeutet verrückt oder zappelig“, erläutert Jule Murmann vom Filmmuseum, die das neue Workshop-Angebot für Schülergruppen entwickelt hat.

Schlittschuhfahren, fliegen, beamen: all das ist möglich mit einer Anwendung wie beispielsweise „iMotion HD“, die sowohl auf Tablets als auch Smartphones ganz einfach installiert werden kann. Das Ganze basiert auf dem Prinzip der Stop-Motion-Filmtechnik. „Die Jugendlichen können hautnah erleben, wie dabei eine Illusion von Bewegung erzeugt wird“, betont Museumsdirektorin Claudia Dillmann.

Wie das praktisch funktioniert, zeigt mir kurz darauf Workshop-Leiter Kerim Dogruel. Wir starten das Programm auf dem Tablet und los geht’s: Auf einem Bein bewege ich mich mit kleinen Zwischenschritten durch den Raum und bei jeder neuen Position macht Dogruel ein Foto. Bereits nach wenigen Minuten ist der Film fertig. Wir spielen die Aufnahmen ab und es sieht aus, als würde ich wie eine Eiskunstläuferin durch den Raum gleiten, wenn auch bei weitem nicht so elegant.

Riesigen Spaß haben derweil die Jugendlichen nebenan beim Rumspielen mit der Bluescreen-Technik. Sie stehen vor einer blauen Wand und machen merkwürdige Bewegungen mit den Armen als würden sie fliegen. Und das tun sie auch auf dem aufgebauten Bildschirm, mal zusammen mit Prinzessin Lillifee, mal vor einer Frankfurt-Kulisse. Sehr beliebt sind als Requisiten dabei auch Besen und ein Teppich.

Aus dem Off werden lauthals Regieanweisungen hereingerufen wie „Du stehst auf Pippi Langstrumpfs Arm“ oder „Du musst das Monster auch treffen!“. Das mehrköpfige Ungeheuer erweist sich als schwieriger Gegner, man muss sich geschickt positionieren, damit es nicht ausschaut, als würde man mit dem Plastikschwert einfach nur blind in der Luft herumfuchteln.

Viele Ideen im Kopf

Die Jugendlichen, die bei den zwei verschiedenen Workshops als Testpersonen mitgemacht haben, erzählen begeistert, wie gut es ihnen gefallen habe. „Wir hatten viele Ideen im Kopf“, erzählt etwa die zwölfjährige Vida aus der 7. Klasse. „Unsere Gruppe hatte zu viele Vorstellungen, so dass wir uns nicht einigen konnten und dann einfach drauflos filmten“, sagt der 15-jährige Mateo. Für Ahmed ist es „interessant zu lernen, wie Filme entstehen“. Und er hat bereits ein Erfolgserlebnis vorzuweisen: „Mein Trainer hat mich gelobt, als ich ein Video von unserem Spiel gedreht habe.“

Deborah, 16 Jahre, berichtet, dass es bei dem Workshop „MobileFilms“ spannend war, ein gestelltes Pokerspiel aus mehreren Perspektiven zu filmen. „Wir sind auch auf Stühle geklettert, um von oben zu filmen.“ Noah musste sich konzentrieren, „damit ich nicht mit dem Handy wackele“. Dass die Jugendlichen mit so viel Spaß und Interesse dabei waren, dürfte Lehrerin wie Organisatoren gleichermaßen freuen.

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