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Festival in Wiesbaden Zeitreise in die 90er

Am 26. Mai besteht in Wiesbaden die Gelegenheit, in die eigene Vergangenheit abzutauchen – sofern man mit Rednex, Dr. Alban und Whigfield aufgewachsen ist.

Festival in Wiesbaden
„Be my lover“ von La Bouche werden viele Besucher mitsingen können. Foto: Jan Bonk

s ist allgemein bekannt, dass Zeitreisen nicht möglich sind. Viele Menschen träumen zwar davon. Allein, die Wissenschaft macht es – noch – nicht möglich. Aber ist das wirklich so? Wer am 26. Mai ins Stadion des SV Wehen-Wiesbaden an der Berliner Straße kommt, kann sich vom Gegenteil überzeugen.

Wenn dann dort ab 14 Uhr Lieder wie „Sing Hallelujah“, „I wish“ oder „Mr. Vain“ erklingen, liegt das nicht daran, dass irgendjemand mal wieder aus Versehen eine alte „Bravo Hits“ auflegt. An besagtem Samstag sind Dr. Alban, Oli.P und Culture Beat, aber auch viele weitere musikalische Helden einer ganzen Generation in der Landeshauptstadt zu Gast. 

Festivals wie dieses sind die fast logische Folge einer Entwicklung, die vor einigen Jahren begann. Die Musik der 90er Jahre war irgendwann wieder en vogue, kaum eine Dorf- oder Großraumdisco im Land, die nicht immer mal wieder eine entsprechende Party im Angebot hat. 

Für Tommy Schleh, einer der Köpfe des Projekts Masterboy, ist der Grund für diesen seit Jahren grassierenden Hype klar: „Die Menschen verbinden mit den 90ern einfach eine geile Zeit, teilweise die beste Zeit ihres Lebens.“

Seit nunmehr fünf Jahren ist auch seine Band wieder mit dabei, mischt auf diversen Feiern mit. Welche Ausmaße das von vielen auch oft belächelte 90er-Revival hat, zeigt ein Blick auf diverse Tourpläne. Masterboy sind – wieder in der Originalbesetzung mit Sängerin Beatrix Delgado – regelmäßig in Frankreich, Tschechei, Russland, Polen, Schweden oder Spanien unterwegs. Auch nach Brasilien und Bolivien hat es sie schon geführt. Am 26. Mai selbst treten sie erst noch schnell in Dänemark auf, bevor sie nach Wiesbaden kommen.

Ein ähnlich straffes Programm hat Oliver Petszokat – bekannt geworden als Oli.P – vor sich. Er tritt rund um seinen Gig in Wiesbaden auch noch in Regensburg und Saarbrücken auf. Wenn er eine Woche später auf dem Hessentag in Korbach gastiert, eröffnet er wenige Stunden vorher noch seinen neuen Hundeladen in Köln.

Petszokat steht sinnbildlich für viele Akteure der 90er. Die ganz große Karriere ist vorbei, zumindest die mit Cover-Fotos auf der Bravo und zeltenden Teenies vor der elterlichen Haustür. Von den damaligen Erfolgen zehrt er noch immer. Auf der faulen Haut liegt er deswegen aber lange nicht. Abseits des allzu grellen Rampenlichts absolviert er bis zu 150 Auftritte im Jahr, jettet seit sieben Jahren regelmäßig nach Mallorca, hat 2016 ein Pop-Album veröffentlicht, moderiert eine eigene Radiosendung in Berlin (Schwerpunkt: natürlich die 90er) – und betreibt in Köln mit seiner Frau einen eigenen Hundeladen mit zwei festen Mitarbeiterinnen. Zwischendurch bekommt er dann noch bei einer Fernsehshow von Florian Silbereisen einen Lebenstraum erfüllt: Ein Duett mit David Hasselhoff. 

Petszokat ist mit sich im Reinen. „Ich mache einfach Musik. Dass ich das seit über 20 Jahren machen kann, ist klasse. Egal welches Motto, egal welches Publikum“, so sein Blick auf seine aktuelle Karriere.

Natürlich profitiert er dabei von dem Hype um die 90er. Der Vorwurf, dass es sich um dabei um eine arg gekünstelte Welt handelt, ist sicher nicht ganz falsch, wie Beispiele aus dem Wiesbadener Line-Up zeigen. Rednex, die einst mit „Cotton Eye Joe“ berühmt wurden, treten in einer Besetzung an, die mit der ursprünglichen aus dem Jahre 1994 nichts gemeinsam hat. Bei East 17 („It’s alright“) ist es ähnlich, nur zwei der vier Gründer haben das Comeback mitgemacht. Auch Snap! („Rhythm is a dancer“) wurde neu zusammengesetzt, ebenso Culture Beat. 

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