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English Theatre in Frankfurt Zeit für starke Frauen

Das neue Programm des English Theatre Frankfurt für 2018/19 ist fertig. Die Zuschauer erwartet „A Strictly Female Season“ mit vier neuen Produktionen – aktuell läuft in London das Casting für die Darsteller.

English Theatre in Frankfurt
„The Lion in Winter“ spielt in der Zeit der Eleonore von Aquitanien und ihres Sohnes Richard Löwenherz – in feinstem British English und flotten Mantel- und Degen-Szenen. Foto: English Theatre

Die nächste Saison gehört den Frauen, zumindest im English Theatre (ET) in Frankfurt. Wenn die Welt der eitlen alten Männer aus den Fugen gerate, wer könne da noch helfen, fragt Intendant Daniel Nicolai rhetorisch, lässt dabei aber offen, ob ein Universum mit mehr Frauen in politischen oder sonstigen Führungspositionen denn unbedingt ein besseres wäre. Immerhin sagt er aber: „Vielleicht retten die Frauen die Welt!“

Für sein Theater, immerhin das größte Europas außerhalb der britischen Inseln, hat er jedenfalls für die Ende August beginnende neue Spielzeit das Motto „All about Women: A Strictly Female Season“ gewählt. In allen vier Neuinszenierungen stehen starke Frauen im Mittelpunkt, die englische Königin Eleonore von Aquitanien, reichste Frau ihrer Zeit, die Nachtclubsängerin Sally Bowles, die Alt-68erin Kristin Miller und die Wissenschaftlerin Hazel – allesamt sicher nicht nur die reinen Engel, und wohl grade deshalb so interessant. Aktuell laufen gerade die Castings in London für die beiden ersten Produktionen, „The Lion in Winter“ und „Cabaret“, die Regisseure stehen bereits fest. „The Lion in Winter“ übernimmt der in Frankfurt bereits bekannte Derek Anderson.

Das Theater kann für das vergangene Kalenderjahr einen großen Erfolg vorweisen, 98 Prozent Gesamtauslastung – mehr geht praktisch nicht. Über Kartenverkäufe können so etwa 70 Prozent der Kosten abgedeckt werden; große Sponsoren wie die Commerzbank oder die Stadt Eschborn, aber auch private Stifter sind überlebensnotwendig. 

Da ist es schon bedauerlich und für Intendant Nicolai auch nur schwer nachvollziehbar, warum grade die noch laufende Saison „in der internationalsten Stadt Deutschlands“ etwas schwächelt, und zwar ausgerechnet mit den beiden Vorzeigestücken „Hand to God“ und „The Invisible Hand“. 

Beide sind fantastisch gespielt und haben eine fesselnde Handlung, zudem lieferte Puppenspieler Nicholas Hart in der schwarzen Komödie Hand to God eine echte Glanzleistung ab. „Das ist mal etwas ganz anderes. Es wäre sicher schwierig, so jemanden wie ihn in Deutschland zu finden“, sagt Nicolai. Auch Invisible Hands sei „ein super wertiges Stück“. 

Ein Trost: Immerhin hat das English Theatre zwei Produktionen an das Deutsche Theater München weiterverkaufen können, das sehr erfolgreiche „The Hound of the Baskervilles“ und das Musical Cabaret, letzteres sozusagen unbesehen – im Vertrauen darauf, dass die Qualität der ET-Produktionen eigentlich selbstverständlich ist. 

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