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Darmstadt Vielsaitig

Die Darmstädter Gitarrentage feiern 20 Jahre Jubiläum und präsentieren ein Programm von Klassik bis Rock, von Bach bis Michael Jackson.

Als Nachfolger Paco de Lucias gehandelt: Grisha Goryachev. Foto: (Extern)

Die Gitarre ist ein populäres, aber unterschätztes Instrument. Populär deswegen, weil sie wie wohl kein anderes Instrument die Pop- und Rockmusik geprägt hat. Unterschätzt deswegen, weil sie darüber hinaus eher selten mit anderen Genres assoziiert wird, günstigenfalls noch mit Flamenco, Folk oder Jazz. Dass die Gitarre auch in der Klassik eine Rolle spielt und auf ein bedeutendes Repertoire zurückgreifen kann, geht zuweilen etwas unter.

Anders in Darmstadt. Dort sorgen seit zwei Dekaden die Darmstädter Gitarrentage einmal im Jahr dafür, dass sämtliche Seiten und Saiten dieses vielseitigen Instruments beleuchtet, respektive zum Klingen gebracht werden. Klein fing es an, 1998, mit drei Konzerten und einem Meisterkurs. Heuer, 20 Jahre später, stehen vom 7. bis zum 17. Dezember 13 Veranstaltungen plus Meisterkurse auf dem Programm.

Und das ist vor allem der Verdienst von Tilman Hoppstock. Der Gitarrist, Cellist und Dozent der Akademie für Tonkunst in Darmstadt hat das Festival nicht nur gegründet, er hat es bis heute auch immer organisiert und gestaltet: mehr als hundert Konzerte, dazu Vorträge, Präsentationen und Ausstellungen. Angebot und Publikum seien stetig gewachsen, sagt Hoppstock. Qualitativ aber habe sich nichts geändert, „wir hatten immer international renommierte Musiker“.

 

Thomas Müller-Pering aus Deutschland, Carlo Marchione aus Italien, Leo Brouwer aus Kuba, Pablo Márchez aus Argentinien, das Los Angeles Guitar Quartet aus den USA: sie alle waren da in den vergangenen 20 Jahren, neben vielen anderen Künstlern aus aller Welt; einige sind immer wiederkehrende Gäste. Hoppstock spricht von einer „Gitarrenfamilie“, die zwar international, aber „nicht besonders groß“ sei. Man kennt sich, man schätzt sich, „mit den meisten Gitarristen bin ich gut befreundet“.

Hoppstock tritt regelmäßig bei den Gitarrentagen auf, solo, im Duo oder, wie jetzt am 8.12., 17 Uhr, mit einem Vortrag. Er beschäftigt sich mit dem spanischen Gitarrenkomponisten Fernando Sor (1778–1839). Zudem wird Hoppstock bei der beliebten Gitarrenausstellung (9. 12., 15 Uhr) Instrumente vorstellen.

Klassische Gitarre sei zwar zentral, sagt Hoppstock, aber das Festival habe immer auch weitere Schwerpunkte jenseits von Renaissance und Barock, von John Dowland und Bach gesetzt; mit Flamenco, Klezmer, Weltmusik, Rock und Pop, Jazz, Crossover. „Das Tolle an den Darmstädter Gitarrentagen ist, dass wir ein sehr heterogenes Publikum haben.“ Und dass die Gitarrentage entsprechend klingen, gerade jetzt zum 20. Geburtstag. Mehr als 50 hochkarätige Musiker treten auf. „Da ist für alle was dabei.“

Das Eröffnungskonzert am 7.12., 19.30 Uhr, lässt den Flamencogitarristen Grisha Goryachev aus Russland, der schon als Nachfolger von Paco de Lucia gehandelt wird, auf den Gypsy-Swing-Gitarristen Joscho Stephan und den Klezmer-Klarinettisten Helmut Eisel treffen. Am 8.12., 15 Uhr, spielt der Belgier Jan Depreter „Varations for solo guitar“. Ein Kammerkonzert „Barock meets Renaissance“ mit Barockgitarren sowie mit zwei Lauten und Gesang bringen das Duo Hladek/Van Gonnissen und das italienische Ensemble Laus Concentus am 8.12., 19.30 Uhr, auf die Bühne.

Komponisten des Neue-Musik-Festivals „Darmstädter Ferienkurse“ ist die Sonntagsmatinée am 9.12., 11 Uhr, gewidmet, der spanische Solist Ricardo Gallen tritt dort um 19.30 Uhr auf. Am 11.12., 19.30 Uhr, gibt es einen „Popularabend“, an dem die drei jungen Gitarristen Jule Malischke, Julia Lange und Fabian Zeller zum Motto „Crossover/Modern Fingerstyle“ neben Eigenkompositionen auch Pop-Arrangements etwa von Michael Jackson präsentieren. Das Kammerkonzert am 12.12., 19.30 Uhr gestalten unter dem Titel „Gitarrenduo x 3“ das Amadeus Guitar Duo, das Duo Dadomo/Torricella und das Duo KM. Gitarre und Bandoneon erklingen am 14.12., 19.30 Uhr, Giampaolo Bandini und Cesare Ciacchiaretta spielen etwa Werke von Astor Piazzolla.

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