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Brigitte Fassbaender Brigitte Fassbaender inszeniert in Frankfurt

Brigitte Fassbaender, weltberühmte Sängerin und auch hervorragende Regisseurin, inszeniert in Frankfurt „Capriccio“ von Richard Strauss.

Opfer Frankfurt
Richard Strauss ist der Lieblingskomponist von Brigitte Fassbaender, 78, hier im Foyer der Oper Frankfurt. Foto: Rolf Oeser

Die berühmte Sängerin und erfahrene Regisseurin Brigitte Fassbaender inszeniert jetzt zum dritten Mal in Frankfurt, diesmal „Capriccio“, die selten gespielte letzte Oper von Richard Strauss, uraufgeführt 1942 im Nationaltheater in München.

In ihrer ersten künstlerischen Laufbahn war Brigitte Fassbaender eine gefeierte Sängerin. Ausgebildet hatte sie ihr Vater Willi Domgraf-Fassbaender. Schon 1961, 22 Jahre alt, wurde sie Mitglied der Bayerischen Staatsoper in München und blieb es fast 30 Jahre. Daneben sang sie die wichtigsten Altpartien an den führenden Opernhäusern von Wien bis New York.

Zu ihren großen Rollen gehörte Octavian im „Rosenkavalier“, Charlotte in Massenets „Werther“, Brangäne in „Tristan und Isolde“, natürlich Carmen, und auch die Gräfin Geschwitz in Alban Bergs „Lulu“. Auch als Liedsängerin war sie sehr gefragt. Ein Höhepunkt, erzählt sie, war für sie die Aufnahme aller drei Liedzyklen von Franz Schubert mit Aribert Reimann am Klavier. Ihre Diskographie umfasst mehr als 200 Nummern.

1994 beendete sie ihre Gesangs-Laufbahn. Schon zwei Jahre vorher hatte sie begonnen zu inszenieren. „Ich habe alles gesungen, was ich singen wollte. Man muss aufhören, wenn es am schönsten ist.“ Sie erhielt zahlreiche Ehrungen, zuletzt im Oktober 2017 den Echo-Klassik-Preis für ihr Lebenswerk.

Für die Aufgaben der Regie brachte Brigitte Fassbaender ideale Voraussetzungen mit. Sie war eine singende Schauspielerin, „der musikalisch-dramatische Ausdruck war mir wichtiger als der reine Schöngesang“. Diese Erfahrungen konnte sie nun als Regisseurin in die Praxis umsetzen. In ihren Opern-Inszenierungen hat sie immer wieder darauf geachtet, dass die Sänger ihre Rollen gestalten, ihnen Leben geben.

Sehr schön zeigten das auch ihre beiden ersten Frankfurter Inszenierungen, „Ariadne auf Naxos“ von Richard Strauss und „Paul Bunyan“ von Benjamin Britten. Brigitte Fassbaender, die so spät zur Regie gekommen war, überzeugte sofort mit ihren handwerklichen, gestalterischen Qualitäten. In Frankfurt hatte sie zudem bei beiden Produktionen in Johannes Leiacker einen erfindungsreichen Bühnenbildner. Er hat auch bei „Capriccio“ die Ausstattung übernommen.

Nach „Ariadne“ nun zum zweiten Mal Strauss in Frankfurt, ihr Lieblingskomponist. Schauplatz von „Capriccio“ ist ein Rokoko-Schloss im Jahr 1775. Der Dichter Olivier (Daniel Schmutzhard) und der Komponist Flamand (AJ Glueckert) werben um die Gräfin Madeleine (Camilla Nylund). Bei einem Huldigungsfestspiel ihr zu Ehren diskutieren die Künstler und die Gäste über die Frage: Was ist wichtiger, der Text oder die Musik?

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