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Blickpunkt Brasilien

Der Kunstverein Familie Montez wird internationaler. Die Ausstellung „Blue Connection“ zeigt Arbeiten aus Lateinamerika

Lateinamerika rückt in diesen Tagen unerwartet vielseitig ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Während soeben noch für das Buchmesse-Gastland Argentinien die Türen weit geöffnet wurden, richtet sich mit Literatur-Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa nun der Blick auch auf Peru. Zugleich wird mit großer Aufmerksamkeit die Rettung der Bergleute in Chile begleitet. In dieses Zusammenspiel hat der Kunstverein Familie Montez für Frankfurt noch eine viertes Land eingefügt: Brasilien.

Unter dem Titel „Blue Connection. Frankfurt – Sao Paulo – Sao Paulo – Frankfurt“ zeigen sechs Künstler in den Ausstellungsräumen an der Breiten Gasse 24, wie kultureller Dialog zwischen deutschen und brasilianischen Künstlern stattfindet.

Zu den Teilnehmern gehört der in der Rhein-Main-Region auch mit seinen Licht-Zeichen bekannt gewordene Künstler Nikolaus A. Nessler, der sich mehrfach in Brasilien aufgehalten hat. In seinen stimmungsreichen Bildern, die wie durch einen leichten Nebel die Welt betrachten und auf Distanz halten, führt er an Orte, die mit geheimnisvoller Energie aufgeladen zu sein scheinen. Selbst der schlichte Blick auf einen Mann, dessen schattenhafte Gestalt eilig vorüberzieht, vermittelt diese Aura des Rätselhaften.

Den Blick in das Innere des menschlichen Körpers richtet die brasilianische Künstlerin Elizabeth Dorazio, die mit ihrer Schwester Rosângela Dorazio und den Künstlern Max Pauer, Manoel Veiga und Gil Vicente ebenfalls zu der Künstlerkooperation „Blue Connection“ gehört. In der Installation „With Closed Eyes/Mit geschlossenen Augen“ gestaltet sie in zartem, durchscheinend anmutendem Farbspiel innere Organwelten. Kreisförmige Flächen berühren und überlappen sich, es entsteht die Idee eines harmonisch ineinandergreifenden Gefüges. Diese Einheit wird jedoch durch dunkle, wie Röntgenaufnahmen gestaltete Flächen aufgebrochen. Krankheit, Gefahr, tödliche Bedrohung scheinen Teil des Organismus zu sein. Mit einer schlichten Bildsprache gelingt es Elizabeth Dorazio in ihren Werken Spannungen zu erzeugen, die nicht nur auf inneres Leid verweisen. Die Bilder wirken wie eine Parabel für das Leben, die auch jenseits nationaler Grenzen Gültigkeit besitzt.

Dass in dem von Anja Czioska, Leonard Kahlcke und Mirek Macke im Jahr 2000 unter dem Namen „Lola Montez“ gegründeten privaten Kunstverein inzwischen nicht nur die lokale Kunstszene, sondern auch Künstler aus dem Ausland gezeigt werden, spricht für die Weiterentwicklung dieses legendären Kunstprojekts. Ziel ist es, so Mirek Macke im Gespräch mit Alexandra Bauer, Kunst nicht für den Kunstbetrieb zu gestalten, sondern Kunst an junge Menschen zu vermitteln.

Zum Begleitprogramm der Ausstellung gehören darum beispielsweise ein Workshop „Familie in Familie Montez“ und ein Diskussions- und Filmabend mit deutschen und brasilianischen Künstlern. Kontakte zu ausländischen Künstlergruppen entstehen ebenfalls auf moderne Art via Facebook.

Im kommenden Jahr sind Ausstellungen mit Gruppen aus der Bretagne und Italien geplant.

Blue Connection. Frankfurt – Sao Paulo – Sao Paulo – Frankfurt, Kunstverein Familie Montez, Frankfurt, Breite Gasse 24, Telefon 069/29723577, bis 31.10.

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