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Bäder und Seen „Glück für kleines Geld“

Den Sommer über zeigen wir einige Bäder und Seen in der Region aus dem Buch „Public Swimming“. Zum Auftakt hat Lara Feder mit Autorin Gabi Schirrmacher über Schwimmbadkultur, Architektur und die große Bädervielfalt gesprochen.

Freibad Groß-Gerau
Gabi Schirrmacher, möchte ihren Lesern die „blauen Wunder“ der Region näherbringen. Foto: Günther Dächert

Der neue Freibadführer „Public Swimming“ präsentiert 51 Badeseen, Frei- und Naturbäder in den Regionen Aschaffenburg, Darmstadt, Frankfurt, Gießen und Wiesbaden. Die Herausgeberin und Autorin Gabi Schirrmacher will damit nicht nur Schwimmer ansprechen, sondern auch Ausflügler, Familien, Natur- und Architekturliebhaber. 

Was hat Sie dazu angetrieben, einen Führer eigens zum Baden herauszugeben?
Wasser ist mein Element. Schon als fünfjähriges Mädchen bin ich weit mit dem Rad ins Frankfurter Silobad gefahren. Und auch nach einem schweren Unfall vor acht Jahren habe ich gemerkt, wie gut mir Wasser tut. Seitdem ist kein Besuch in einer anderen Stadt ohne Schwimmbadbesuch vonstattengegangen. Da erst ist mir klargeworden, wie vielfältig die Bäder in der Region sind, und welch ein Luxus das ist. 

Was genau wird denn in Sachen Bäder geboten?
So viel, dass ich es in einem Buch gar nicht abdecken konnte. Weit über 100 Bäder habe ich besucht und über alle Buch geführt: Gibt es warmes Wasser in der Dusche? Wie lange sind die Bahnen? Ist das Becken aus Edelstahl oder gekachelt? Weil der Platz im Buch beschränkt war, habe ich 51 Bäder rausgesucht, die einen Minimalkomfort bieten und von Frankfurt aus in maximal einer Stunde zu erreichen sind. Dabei habe ich einen Mix aus Erholungsbädern inmitten der Natur, Stadtbädern, Kinderträumen mit Rutschen und Sportlerparadiesen mit 50-Meter-Bahnen, welchen mit Chlor, welche ohne gewählt.

Warum genau 51?
Eigentlich sollten es 50 werden. Aber ich wollte unbedingt die große Bandbreite abbilden: Manche Bäder werden von der Stadt getragen, andere von den Stadtwerken oder Schwimmvereinen. Das Bad in Ober-Beerbach wird von 750 privaten Mitgliedern getragen. Das finde ich so toll, dass das Bad nicht fehlen durfte, obwohl hier nur die Mitglieder schwimmen dürfen.

Badesee, Frei- oder Naturbad – haben Sie einen Favoriten?
Mein Favorit ist die große Auswahl! Im Alltag bevorzuge ich das Bad am nächsten zu meiner Wohnung. Mit den Enkeln die mit großen Kinderbereichen. Wenn es heiß ist, Naturbäder mit niedrigen Wassertemperaturen. Für jede Gelegenheit und jeden Geschmack gibt es hier in der Region das passende Bad.

Schwimmbäder genießen keinen allzu guten Ruf: Sie gelten oft als sanierungsbedürftige Geldfresser, im Sommer als überfüllt. Was ist Ihr Eindruck?
Das kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Ich finde, Bäder müssten den gleichen Stellenwert genießen wie Theater oder Museen. Stattdessen werden manche von ihnen stiefmütterlich behandelt: Die Becken nur noch aus Edelstahl gebaut, die Bahnen verkürzt.

Das ruiniert aber den ganzen Charme. Edelstahl blendet bei Sonne, bei Wolken wirkt das Wasser grau-kalt, anders als bei schönen Kacheln. Und übrigens haben wir die Bilder, die in dem Buch eher sehr leer wirken, zu ganz normalen Öffnungszeiten gemacht. Klar, es gibt Spitzenzeiten bei gutem Wetter, aber morgens oder abends ist es in der Regel sehr angenehm. 

In Ihrem Buch nehmen Sie explizit Bezug auf die Architektur der Bäder...
Weil ich es einfach unfassbar fand, dass selbst bei den Kommunen kaum einer weiß, welcher Architekt das Bad gebaut hat. Dabei sind da echte Perlen darunter. Und jedes Bad hat seinen eigenen Charme.

Ihr Buch ist für Sie also ein Beitrag, die Schwimmbadkultur zu erhalten?
Genau. Ich finde, Schwimmbäder sind Glück für kleines Geld. Und sie haben damit eine ganz wichtige soziale Rolle: Im Becken ist jeder gleich, egal ob arm oder reich, ob mit Migrationshintergrund oder ohne. Mit dem Buch möchte ich aber auch dazu anregen, mal Urlaub in der Region zu machen. Es gibt so viele tolle Bäder, für die sich ein Tages- oder gar Wochenendausflug lohnt.

Zu guter Letzt: Was gehört in die Schwimmbad-Tasche?
Da bin ich sehr minimalistisch: Badeanzug, zwei dünne Hamamtücher, Schwimmbrille, Badelatschen und ein kleines Fläschlein Shampoo. Mehr braucht’s für mich nicht. 

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