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Bäder in Hessen Seebad der „goldenen Epoche“

Der geschichtsträchtige Naturbadesee Arheilger Mühlchen am Ostrand von Darmstadt-Arheilgen strahlt „meditative Ruhe“ aus. Gabi Schirrmacher stellt die Oase im Grünen in ihrem Buch „Public Swimming“ vor.

Arheilger Mühlchen
Die Bauten stehen unter Denkmalschutz. Foto: Günther Dächert

Beim Anblick des Arheilger Mühlchens kann man durchaus ein bisschen andächtig werden: Die Anlage blieb im Zweiten Weltkrieg trotz des Bombenhagels über Darmstadt unversehrt. Vielleicht strahlt es gerade aufgrund seiner Geschichte diese meditative Ruhe aus. 

Seine in Beige und Weiß aneinandergereihten flachen Holzkabinen stehen übrigens unter Denkmalschutz: Das adrette Ensemble säumt die Westseite des Sees und erinnert an den Glanz der 1920er Jahre.

Tipp

Eintritt wird nicht erhoben. Wer mag, kann nach eigenem Ermessen eine Spende in die „Mühlchen-Box“ werfen. Das ist natürlich gerade für Familien mit Kindern eine nette Geste. Wenn Sie aber können, sollten Sie den Erhalt dieses Kult-Ortes durch eine Spende unterstützen.

Details

Architektur; Baujahr 1924, Erweiterung 1957, barrierefrei, seit 2015 unter Denkmalschutz; Badesee: circa 14 700 Quadratmeter, 2,20 Meter tief; Schwimmerbereich: 50 Meter lang, 15 Meter breit, markiert durch Steg; Integrierter Sprungbereich: Sprungbretter 3 Meter, 1 Meter; Nichtschwimmerbereich: 45 Meter lang, 19 Meter breit; Wasser: Grund- und Regenwasser sowie Leitungswasser im Kleinkindbecken; Betreuung: DLRG; Kleinkindbecken: 12 Meter lang, 8 Meter breit; Grünanlagen: Liegewiese circa 9000 Quadratmeter groß, circa 20 Bäume sowie etliche Bäume entlang der Begrenzung; Sport- und Spielangebote: Beachvolleyball, Fußball, Spielplatz, Tischtennis; Bewirtung: Kiosk, Gaststätte; Ausstattung: Umkleidekabinen, Duschen kalt, Duschen warm kostenpflichtig; Parken: circa 50 Stellplätze. (Aus: „Public Swimming“ von Gabi Schirrmacher)

Erinnerungen an den See

Ein Mitglied des Fördervereins Naturbadesee Arheilger Mühlchen erzählt auf der Internetseite des Vereins eine Anekdote: „Meine Erinnerungen ans Arheilger Mühlchen gehen bis zu meiner Kindheit zurück. Als Borngässer Mädchen 1933 geboren und mit zwei älteren Schwestern und mit einem jüngeren Bruder aufgewachsen, war für uns das Mühlchen im Sommer oft unser Ziel. Über Stoppelfelder und Baumstückäckern ging’s barfuß querfeldein. Unterwegs wurden die Äpfel aufgelesen (oder auch abgepflückt), das war unsere Verpflegung. In den Kriegsjahren kann ich mich noch sehr gut an den Bademeister Brücher erinnern, da gab es bei Fliegeralarm folgenden Befehl: ,Alles in die Hecken!‘ Die Tiefflieger, damals auch Rotschnäuzer genannt, wegen ihrer roten Schnauze, schossen auf alles, was sich bewegte. Gab es Entwarnung, ging der Badebetrieb wie gewohnt weiter.“

Und auch zum Winter gibt es eine Ankedote: „Im Winter, wenn der Teich zugefroren war und die nötige Eisdicke hatte, spielte ich oft mit den Buben Eishockey. Die Schlittschuhe wurden an unseren Winterstiefeln mit Halterungen befestigt. Meine Mutter war nicht erfreut, denn die Absätze meiner einzigen Winterschuhe, die ich besaß, hatten die Spuren der Zacken von den Schlittschuhhalterungen.“

Den Sommer über stellen wir in loser Folge im Freizeit-Teil Schwimmbäder aus dem Buch „Public Swimming“ von Gabi Schirrmacher vor.

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