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Ausstellung in Nidderau Die Wahl haben

Im Familienzentrum Nidderau ist eine Schau über die ersten Frauen im Parlament des Volksstaates Hessen zu sehen.

Ausstellung in Nidderau
Christine Noll war Abgeordnete der SPD. Foto: HStAD

Es war der 12. November 1918. In einem Aufruf an das Deutsche Volk vom Rat der Volksbeauftragten heißt es: „Alle Wahlen zu öffentlichen Körperschaften sind fortan nach dem gleichen, geheimen, direkten, allgemeinen Wahlrecht auf Grund des proportionalen Wahlsystems für alle mindestens 20 Jahre alten männlichen und weiblichen Personen zu vollziehen.“ Zwei Wochen später, am 30. November 1918, trat in Deutschland das Reichswahlgesetz mit dem allgemeinen aktiven und passiven Wahlrecht für Frauen in Kraft.

Hundert Jahre ist das heuer her. Grund genug, dies gebührend zu feiern und dabei auch daran zu denken, dass es um die Gleichberechtigung der Frauen nicht überall derart bestellt ist. Man denke nur an die Schweiz, wo die Eidgenossinnen erst seit 1971 wählen dürfen, in einem Kanton gar erst seit 1990.

Das sah hierzulande anders aus: Zwölf Frauen saßen von 1919 bis 1934 als erste weibliche Abgeordnete im Landtag des Volksstaates Hessen, dem Vorgänger des heutigen Landtags, darunter Christine Noll und Margarethe Steinhäuser für die SPD.

1989 hat die damalige Beauftragte für Frauenfragen der hessischen Landesregierung, Inge Sollwedel (FDP), die Marburger Politikwissenschaftlerin und Professorin Ingrid Langer gebeten, das Leben und Wirken dieser Frauen zu erforschen, da dazu keine Dokumente in den Staatsarchiven zu finden waren.

Die Ergebnisse ihrer Forschung hat Ingrid Langer dokumentiert und in einem Buch veröffentlicht: „Zwölf vergessene Frauen: Die weiblichen Abgeordneten im Parlament des Volksstaates Hessen, ihre politische Arbeit, ihr Alltag, ihr Leben“. Und es wurde eine Ausstellung zu diesem Thema konzipiert, die erstmals vor mehr als 15 Jahren im Hessenpark in Neu-Anspach zu sehen war.

Zum Auftakt des Jubiläumsjahres „100 Jahre Frauenwahlrecht“ hat die Nidderauer Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) die Schautafeln, die seit mehr als einem Jahrzehnt im Hessischen Staatsarchiv lagerten, in den Main-Kinzig-Kreis geholt. „Das Hessische Staatsarchiv in Darmstadt hat die komplette Ausstellung inzwischen digitalisiert und uns die Originaltafeln geschenkt“, berichtet die AsF-Vorsitzende Dorothea Schwantje.

Am Sonntag, 4. März, vier Tage vor dem Internationalen Frauentag am 8. März, wird die Schau „Zwölf vergessene Frauen“ im Foyer des Familienzentrums eröffnet. Dort ist sie voraussichtlich 14 Tage zu sehen.

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