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Freien Wohlfahrtspflege Weniger Geld für geförderte Jobs

Die Liga der Freien Wohlfahrtspflege beklagen den Abbau von Beschäftigung für Langzeitarbeitslose, sinnstiftende Arbeitsangebote seien eine Seltenheit. Auch die vermittelnen Betriebe sind in Gefahr.

Langzeitarbeitslose haben es doppelt schwer bei der Vermittlung. Foto: Caro / Hechtenberg

Die Liga der Freien Wohlfahrtspflege beklagen den Abbau von Beschäftigung für Langzeitarbeitslose, sinnstiftende Arbeitsangebote seien eine Seltenheit. Auch die vermittelnen Betriebe sind in Gefahr.

Die Liga der Freien Wohlfahrtspflege schlägt Alarm. Menschen, die schwer auf dem Arbeitsmarkt vermittelbar sind, erhielten immer seltener sinnstiftende Arbeitsangebote mit Hilfe öffentlicher Finanzierung, klagten die Sozialverbände am Donnerstag in Wiesbaden.

Auch die Träger solcher Angebote für Langzeitarbeitslose seien in Gefahr. „Etwa ein Viertel unserer Unternehmen steht vor der Frage, ob sie ihre Betriebe abwickeln müssen“, sagte der Geschäftsführer der Landesarbeitsgemeinschaft Arbeit, Conrad Skerutsch. „Alle 48 Betriebe haben Personal abbauen müssen.“ Skerutsch leitet zugleich die Werkstatt Frankfurt, die Langzeitarbeitslose unterstützt.

Tiefpunkt öffentlich geförderter Beschäftigung

„Wir brauchen diesen geschützten Sektor weiterhin“, betonte der Vorstandsvorsitzende der Liga in Hessen, Jürgen Richter. Er sei wichtig „für den sozialen Frieden, aber auch für den menschlichen Umgang“.

Zehntausende von Frauen und Männern sind länger als ein Jahr ohne Arbeit und häufig ohne Perspektive, weil sie wegen Krankheit, Sucht, psychischer Probleme oder mangelnder Qualifikation keine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt bekommen. Die Träger helfen ihnen mit Ein-Euro-Jobs und anderen Formen von Beschäftigung, die staatlich gefördert werden. Der Aufschwung am Arbeitsmarkt gehe an dieser Gruppe vorbei, sagte Richter.

„Wir sind am Tiefstpunkt der öffentlich geförderten Beschäftigung angekommen“, berichtete Annette Wippermann, Arbeitsmarktreferentin des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. Seit 2010 habe sich die Zahl der Teilnehmer an den Angeboten halbiert. Bedrohlich sei, dass von 2014 an weniger Geld aus dem Europäischen Sozialfonds kommen werde, aus dem Programme in Hessen mitfinanziert würden.

Die Linke sieht in der hohen Zahl der Langzeitarbeitslosen einen Beweis dafür, dass die Hartz-Reformen gescheitert seien. Mit der Milliarden-Kürzung von Mitteln für die öffentlich geförderte Beschäftigung sei „die Schraube der Menschenverachtung weitergedreht“ worden, urteilte die Linken-Abgeordnete Marjana Schott.

Die CDU wandte sich gegen einen größeren Sektor mit öffentlich bezahlter Arbeit. Der CDU-Sozialpolitiker Ralf-Norbert Bartelt sprach von „staatlichem Dirigismus“ und „künstlicher Beschäftigung beim Staat“. Ein aufgeblähter staatlicher Arbeitsmarkt sei nicht finanzierbar. „Wir setzen daher auf Qualifizierung und Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt statt öffentliche Beschäftigung für Langzeitarbeitslose“, sagte Bartelt. Die Wohlfahrtspflege-Liga schätzt, rund drei Viertel der Betroffenen seien nicht mehr in reguläre Arbeit vermittelbar.

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