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Frauke Petry in Rodgau Lautstarker Protest gegen AfD

Die AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry kommt nach Rodgau und wird von mehr als 500 Demonstranten lautstark empfangen. Unter den Menschen, die Petry hören wollen, sollen auch Neonazis sein.

Alle gegen Petry. In Dudenhofen wurde am Donnerstagabend stundenlang gepfiffen. Foto: Michael Schick

Ausnahmezustand gestern Abend im Rodgauer Stadtteil Dudenhofen: Polizeiautos parken an den Straßen rund um das Bürgerhaus, Polizisten mit Schutzhelmen haben Stellung bezogen, der schrille Ton von Trillerpfeifen und laute Musik aus großen Lautsprecherboxen sind weithin zu hören. Die AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry hat sich angesagt, und mehr als 500 Demonstranten haben was dagegen.

Um 18 Uhr, gleich zu Beginn des lautstarken Protestes, kommt es zu Tumulten, als einige Demonstranten die polizeilichen Absperrungen an der Friedberger Straße durchbrechen wollen. „Die haben getestet, wie weit sie gehen können“, sagt Rudi Neu, der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Südosthessen. Eine Lautsprecherdurchsage des Organisators Leon Klein, Vorsitzender der Rodgauer Jusos, bringt die Demonstranten zur Räson. Zwei werden in Gewahrsam genommen.

Das Polizeipräsidium Südosthessen hat von der Bereitschaftspolizei aus Mühlheim Verstärkung erhalten, um der Lage Herr zu werden. Über die genaue Zahl schweigt sich der Polizeisprecher aus. „Mehr als 100 Einsatzkräfte“, lautet die vage Aussage.

Hinter der Absperrung versammelt sich ein buntes Völkchen aus Rodgau, Offenbach, Dietzenbach, Frankfurt und Aschaffenburg: SPD-Mitglieder, Jusos, die grüne Jugend und Verdi-Vertreter. Fast alle haben die roten Trillerpfeifen im Mund, die vom SPD-Unterbezirk geordert wurden, und geben so ihrem Protest stundenlang – bis nach 21 Uhr – lautstark Ausdruck. Auch Bürgermeister Jürgen Hoffmann (SPD) hat sich als Privatperson mit einer Trillerpfeife um den Hals unter die Demonstranten gemischt, genauso wie Erster Stadtrat Michael Schüßler (FDP).

450 Gäste dürfen in den Saal

Derweil wartet rund 50 Meter weiter eine lange Menschenschlange darauf, ins Bürgerhaus eingelassen zu werden. Demonstranten berichten, auch mehrere Neonazis mit Springerstiefeln und Glatze seien unter den Wartenden. Auch von einigen Männer mit der 88 auf dem Shirt ist die Rede. Die Zahl steht in Nazi-Kreisen für „Heil Hitler“.

Robert Rankl, Rodgauer AfD-Fraktionschef, steht an der Eingangstür und entscheidet, wer hineinkommt. 450 Besucher finden nach einer Kontrolle einer privaten Sicherheitsfirma mit Metalldetektor Einlass, rund 100 Interessierte müssen wieder abziehen, ohne Frauke Petry gesehen oder gehört zu haben.

Katharina Rodriguez von Gartenstadt Bücher und Manuel Gries vom Weinladen haben sich vor dem Haupteingang mit einer großen Tafel postiert. „Wir spenden pro AfD-Besucher 50 Cent an die Flüchtlingshilfe“ ist darauf zu lesen. Als sie abziehen, haben sie 80 Euro in der Tasche, die ihnen Besucher der AfD-Veranstaltung in die Hand gedrückt haben.

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