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Fraport-Planer Horst Amann Auf Konflikte eingestellt

Am Dienstag hat er abends mit Freunden zuhause in Roßdorf seinen Geburtstag gefeiert. 56 Jahre ist Horst Amann am 10. März geworden. Kurz nach Mitternacht setzten Unbekannte sein Auto in Brand.

Flughafenausbaugegner
Am Dienstag hat er abends mit Freunden zuhause in Roßdorf seinen Geburtstag gefeiert. 56 Jahre ist Horst Amann am 10. März geworden. Kurz nach Mitternacht setzten Unbekannte sein Auto in Brand.< Foto: FR Foto/Rolf Oeser

Am Dienstag hat er abends mit Freunden zuhause in Roßdorf seinen Geburtstag gefeiert. 56 Jahre ist Horst Amann am 10. März geworden. Kurz nach Mitternacht setzten Unbekannte sein Auto in Brand. Eine Stellungnahme wollte der Fraport-Mann am Mittwoch dazu nicht abgeben. Er war für die Frankfurter Rundschau nicht zu sprechen.

Amann bezeichnete sich selbst gerne als "Darmstädter Bub". In der südhessischen Wissenschaftsstadt hat er im Alter von 17 Jahren Abitur gemacht, an der dortigen Technischen Universität (TU) sein Examen zum Diplomingenieur gemacht. Noch bevor er das Zeugnis in der Tasche hatte, heuerte er bei der Deutschen Bahn (DB) an. Der 56-Jährige ist bodenständig. Er wohnt im nur neun Kilometer entfernten Roßdorf.

Amann war unter anderem von 1994 an bei der Bahn Projektleiter für die Tempo-300-Strecke von Frankfurt nach Köln. Dabei knüpfte der 1,71-Meter-Mann berufliche Verbindungen zum Rhein-Main-Airport. Der Freund schneller Autos ist für die Glaskuppel über dem Flughafenbahnhof verantwortlich. Als die Trasse fertig war, unterschrieb er 1997 einen Arbeitsvertrag bei Flughafenbetreiberin Fraport.

Dass er sich als für den Ausbau zuständiger Mann auf Konflikte einstellen konnte, war dem Südfrankreich-Fan bewusst. Den Umgang mit Protesten habe er bei der Neubaustrecke Köln gelernt, sagte er vor einigen Jahren im Interview mit der Frankfurter Rundschau. Und er sei auch irgendwie froh, dass er nicht direkt im Frankfurter Raum wohne. Dem zweifachen Vater war geläufig, dass zu Zeiten des Protestes gegen die neue Startbahn 18 West Flughafen-Manager um ihre Sicherheit fürchteten. Sie bauten sich in ihre Eigenheime stabilere Haustüren ein, mussten regelmäßig Schmierereien von ihren Fassaden beseitigen.

Der jüngste Auftritt Amanns liegt knapp einen Monat zurück. Er war im Wald, als dort das Camp der Besetzer geräumt wurde. "Wir schlagen lediglich eine Schneise durch, die als Baustraße dienen soll", kündigte seinerzeit der Projektleiter für den Flughafenausbau an. Außerdem müsse die Kampfmittelsondierung den Wald durchkämmen und "ökologisch vorlaufende Maßnahmen" abgehakt werden - "auch wenn es hier praktisch keine Ökologie mehr gibt", wie er süffisant anmerkte.

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