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Frankfurter Flughafen Lärmpausen gehen in Regelbetrieb

Das Lärmpausen-Modell am Frankfurter Flughafen ist am Montag offiziell in den Regelbetrieb gegangen, weil es eine Entlastung für die Bürger bringe.

Zu einem Nachtflug startet eine Passagiermaschine der Lufthansa auf dem Flughafen von Frankfurt am Main. Foto: dpa

Am Frankfurter Flughafen wird die wechselnde Nutzung von Start- und Landebahnen in den frühen Morgen- und späten Abendstunden fortgesetzt. Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) einigte sich mit Vertretern des Airports, der Fluggesellschaften und der Deutschen Flugsicherung (DFS) darauf, die sogenannten Lärmpausen weiter einzuhalten. Eine entsprechende Erklärung wurde am Montag in Wiesbaden unterzeichnet.

Die Lärmpausen waren seit einem Jahr ausprobiert worden. Entlastet wurden dadurch manche Anwohner in Frankfurt, Offenbach und anderen Gemeinden. Mehrbelastungen gab es etwa für Hanauer. Neu-Isenburg wird abends weniger, morgens dagegen mehr beschallt.

Die Probe-Phase habe gezeigt, dass das Modell funktioniere, sagte Al-Wazir. Eingesetzt wird es bei Westwind, der in Frankfurt an nahezu drei von vier Tagen weht.

Minister Al-Wazir kündigte an, auch „zusätzliche Entlastungen“ bei Ostwind zu erreichen. „Mein Ziel ist es, dass auch die Menschen in Raunheim, Flörsheim, Rüsselsheim und Mainz zusätzlich insbesondere in den Randstunden entlastet werden.“

Er ließ aber offen, ob dies mit der wechselnden Bahnennutzung geschehen soll. Die Fluglärmkommission, in der die betroffenen Kommunen vertreten sind, hatte Lärmpausen-Modelle bei Ostwind abgelehnt. Die Kommission befürchtet, dass die ohnehin hoch Belasteten in Raunheim oder Rüsselsheim noch stärker würden leiden müssen.

Beispiel Neu-Isenburg

Al-Wazir widersprach Kritikern, die in den Lärmpausen lediglich eine Verlagerung des Krachs erblicken. Es gebe vielmehr „eine echte und messbare Entlastung“, trug er vor. So müsse Neu-Isenburg abends zwar 2,5 bis 4,5 Dezibel Lärm mehr ertragen. Dafür gebe es morgens sechs Dezibel weniger. Der Minister berichtete, die Lärmpausen bei Westwind seien entgegen zahlreicher Befürchtungen „mit einer sehr hohen Verlässlichkeit“ umgesetzt worden. An den Tagen mit Westwind hätten sie zu 96 Prozent morgens funktioniert und zu 92 Prozent abends.

In der Erklärung von Fraport, Lufthansa, Condor, einem Vertreter der ausländischen Fluggesellschaften, der Flugsicherung und der Landesregierung heißt es, die Lärmpausen würden beendet, wenn sie nicht mehr an mindestens der Hälfte der Tage funktionierten. Die Umsetzung wird bei wachsendem Flugverkehr schwieriger. Die Beteiligten vermochten aber nicht zu sagen, ab wie vielen Flugbewegungen das Modell kippen könnte. „Das muss man ausprobieren aus der Praxis heraus“, sagte der Chef der Deutschen Flugsicherung, Klaus-Dieter Scheurle.

Fraport-Vorstandsmitglied Anke Giesen fügte hinzu: „Es ist nicht damit zu rechnen, dass das kurzfristig, in absehbarer Zeit nicht mehr gelingen soll.“ Giesen bezeichnete Frankfurt als „internationalen Vorreiter des Lärmschutzes“.

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