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Frankfurter Bordell Das "Sudfass" macht dicht

In der Szene kursierten seit Tagen Berichte über eine wehmütige Abschiedsfeier mit Prostituierten und Schampus. Besitzer Dieter Engel hat sein Amüsierstätte aufgegeben. von Claus-Jürgen Göpfert

Ganz schön mächtig, das Gemächt. Foto: Alex Kraus/FR

Er hat "schlagartig zugemacht". Nach 37 Jahren. Am vergangenen Wochenende hat Dieter Engel das Bordell "Sudfass" an der Oskar-von-Miller-Straße, das älteste Etablissement dieser Art in Frankfurt, aufgegeben. In der Szene kursierten seit Tagen Berichte über eine wehmütige Abschiedsfeier mit Prostituierten und Schampus, doch Engels Sprecher Fred Siegismund will davon nichts wissen: "Es ging alles ziemlich sang- und klanglos."

"Für die Übergangszeit bis zum Abriss", so Siegismund, betreibe ein neuer Pächter das Haus jetzt unter dem Namen "FKK Sudfass". Doch dessen Tage sind gezählt. Schon im Sommer hatte der 71-jährige Engel angekündigt, dass er sein gesamtes, 2000 Quadratmeter großes Grundstück an einen Projektentwickler verkaufen wolle - zum Bau eines luxuriösen Hotels. In der Szene ist davon die Rede, dass Engel nun rund zwölf Millionen Euro von einer Tochtergesellschaft der Bauunternehmung Hochtief erlöst hat.

Von einer konkreten Summe spricht Siegismund allerdings nicht, er sagt lediglich: "Dem Verkauf steht nichts mehr im Wege". Auch die Stadt stimme den Bauplänen von Hochtief zu.

Künftig wird es mehr Gewerbe dort geben

Dieter von Lüpke, der Leiter des Stadtplanungsamtes, bestätigt die Gespräche mit Hochtief. Die Planung für das Hotel werde jetzt auf Wunsch der Stadt überarbeitet. Als ersten Schritt, so von Lüpke, ändere die Kommune nun den Bebauungsplan für das Grundstück: "Bis jetzt war dort eine Mischung aus Wohnen und Gewerbe zulässig, jetzt gibt es einen höheren Gewerbeanteil."

Das "Sudfass" wird Geschichte, weil nur wenige hundert Meter entfernt die Europäische Zentralbank (EZB) ihr neues Domizil bauen möchte - das geplante Luxushotel zielt auf die künftigen Besucher und internationalen Gäste der EZB.

Die Stadt wünscht sich das geplante Hotel als "Gebäude mit drei repräsentativen Vorderseiten", so Amtsleiter von Lüpke - es müsse nicht nur zum Main hin, sondern auch zur Oskar-von-Miller-Straße und zur Schönen Aussicht hin vorzeigbar sein. Um eine hochwertige Architektur zu bekommen, "würden wir einen Wettbewerb begrüßen", meint von Lüpke. Hochtief , sagt er, sei dem Vernehmen nach dazu bereit, einen Architektenwettbewerb zu organisieren.

Von der zuständigen Hochtief-Tochtergesellschaft war auf Anfrage keine Auskunft zu erhalten. Dieter Engel aber, dem noch andere Häuser hier gehören, will "in Frankfurt bleiben".

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