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"Frankfurt liest ein Buch" "Kaiserhofstraße 12" ist Spiegel-Beststeller

32 Jahren nach seiner Ersterscheinung hat es das Buch von Valentin Senger in die Besten-Liste des Nachrichtenmagazins geschafft. Der Schöffling Verlag hatte kürzlich die Zweiauflage ausgeliefert. Von M. Arning

03.05.2010 11:05
Matthias Arning
Valentin Senger, Autor der "Kaiserhofstraße 12". Das Buch ist nun in zweiter Auflage in der SPIEGEL-Beststellerliste gelandet. Foto: FR/Kumpfmüller

Valentin Senger hat es geschafft: Sein Roman "Kaiserhofstraße 12" rückte im Zusammenhang mit der Aktion "Frankfurt liest ein Buch" auf Platz 29 der Bestsellerliste des Nachrichtenmagazins Spiegel. Das Buch über das Leben und Überleben der Familie Senger im nationalsozialistischen Alltag Frankfurts war erstmals 1978 erschienen und liegt jetzt in einer Neuauflage des Schöffling Verlags vor. Die zweite Auflage lieferte der Verlag nach eigenen Angaben bereits am Ende der vergangenen Woche aus.

Die Aktion "Frankfurt liest ein Buch" findet unter der Regie des gleichnamigen Vereins seit nunmehr zwei Wochen statt. Mit einer überwältigenden Resonanz, denn bislang sind sämtliche, von der Frankfurter Rundschau publizistisch begleiteten Veranstaltungen, die festliche Eröffnung in der Nationalbibliothek am Alleenring in der vorigen Woche inklusive, ausgebucht gewesen. Am Montagabend macht auch der Frankfurter Magistrat mit bei dem nun in die letzte Woche gehenden Lesemarathon. Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) und Kulturdezernent Felix Semmelroth stellen Passagen des autobiographischen Buches vor. Nach dem Krieg hatte der 1997 verstorbene Autor auch als Journalist für den Hessischen Rundfunk gearbeitet.

Seine neuer Verleger Klaus Schöffling und seine in Sachsenhausen lebende Frau Irmgard Senger werden auch am kommenden Mittwoch dabei sein, wenn es im Depot der FR am Karl-Gerold-Platz 1 von 19.30 Uhr auch darum geht, das Buch zeithistorisch zu verorten und seine Bedeutung für heutige Schulklassen zu bewerten. Im Anschluss daran sind die Leser der FR selbst gefordert, denn die Frage bleibt: Was will Frankfurt im kommenden Jahr lesen? Schließlich will das gut überlegt sein.

Redakteure machen dazu einige Vorschläge. In der FR-Lokalredaktion Frankfurter ist gegenwärtig beispielsweise Bodo Kirchhoffs "Parlando" im Gespräch. Oder auch die Tagebücher des zwischenzeitlich am Main Station machenden Max Frisch. Oder auch der längst vergessene Wolfgang Weyrauch, der unter anderem die Erzählung "Das Ende von Frankfurt am Main" geschaffen hat. Karl Krolow würdigte sein Schreiben, weil Weyrauch "darauf aus ist, dass etwas zu wünschen, zu hoffen, zu tun überigbleibt".

Vielleicht aber liest Frankfurt auch einen jüngeren Zeitgenossen und nimmt sich von Matthias Altenburg den frühen Roman "Landschaft mit Wölfen" vor. Über alles das dürfte am Mittwochabend zu reden sein, die Leser sollen selbst Vorschläge machen und können aus ihrem Buch, das Frankfurt lesen sollte, eine Passage vorstellen. Der Eintritt zu der Veranstaltung in Sachenhausen ist übrigen frei.

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