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Fragerunde im Internet Sagen Sie mal, Herr Bouffier...

Ministerpräsident Bouffier stellt sich in einer Online-Sprechstunde den Fragen der Bürger - zur Eintracht, dem Flughafen und Kitas. "Schnelle Fragen, schnelle Antworten" ist das Programm.

18.09.2012 23:28
Von Laura Wagner
Steffen Wenzel und Volker Bouffier in der etwas anderen Sprechstunde. Foto: Michael Schick

Volker Bouffier (CDU) will nah dran sein am Bürger und wissen, was ihn bewegt. Das ist eine ganze Menge: Fluglärm, Turbo-Abitur G8, Kita-Plätze und die künftige medizinische Unterversorgung auf dem Land sind nur einige der Themen, die die Bürger in der Online-Sprechstunde des Ministerpräsidenten am gestrigen Montag ansprechen.

Eine Stunde lang sitzt Bouffier im Scheinwerferlicht auf einem roten Ledersessel in der Staatskanzlei Wiesbaden und beantwortet Fragen aus dem Live-Chat im Internet, die ihm Moderator Steffen Wenzel vorliest. Der muss etwas lauter reden, Bouffier ist erkältet und hört deshalb schlechter. Die Fragen kommen trotzdem bei ihm an. Auf manche weiß auch der Ministerpräsident keine Antwort. Ob sie sich für G8 oder G9 entscheiden solle, will Mutter Anna wissen. „Das muss Anna mit ihrem Kind besprechen“, antwortete Bouffier; „und mit den Lehrern.“

Dafür fallen seine Antworten beim Thema Fluglärm und Landebahn umso entschiedener aus. Die Bürger konnten schon im Vorfeld Fragen auf der Homepage stellen und über deren Priorität abstimmen, wie Wenzel Bouffier vor Beginn der Sprechstunde noch schnell erklärt. Die drei mit den meisten Klicks drehen sich um den Ausbau des Frankfurter Flughafens und seine Folgen.

Bouffier orakelt, wo die Eintracht am Saisonende steht

„Die Diskussion um eine Fehlplanung der Landebahn wurde bereits breit geführt“, sagt Bouffier. Man habe schon einiges getan, um den Lärm zu reduzieren, die Landebahn sei von vornherein „in ihrer Funktion eingeschränkt“ und eine groß angelegte Lärmwirkungsstudie werde in etwa einem Jahr neue Erkenntnisse liefern, auf die man aufbauen könne. „Mag sein, dass es manchen nicht schnell genug geht“, sagt Bouffier und betont, dass man sich ernsthaft um Lösungen bemühe. Immerhin, so Bouffier, habe man in Frankfurt den prognostizierten Eröffnungstag und die Kosten der neuen Landebahn eingehalten. „Um mal den Unterschied klarzumachen“ – zu Berlin.

Doch es geht auch locker zu. Bouffier darf orakeln, wo die Eintracht am Saisonende steht. „Wenn es so weitergeht wie bisher, gibt das zu schönen Hoffnungen Anlass“, sagt Bouffier, legt sich dann aber doch auf Platz sechs bis acht fest. „Das wäre ein riesiger Erfolg.“ Ob er sich für einen guten Ministerpräsidenten hält, will ein Bürger gegen Ende der Stunde wissen. „Diese Frage ist mittelprächtig gemein“, sagt Bouffier und lächelt: „Ich glaube ja.“

Es war seine dritte virtuelle Sprechstunde. „Wir werden das fortführen“, kündigt Bouffier an, der einen „großen praktischen Nutzen“ dieser Form des Austauschs sieht. „Schnelle Fragen, schnelle Antworten.“ So wisse er, was die Bürger interessiert und wo es noch etwas zu tun gibt. Der Chat habe gezeigt, dass noch einiges erklärt werden müsse, etwa beim Thema Fluglärm oder den Kita-Gebühren. Auf persönliche Bürgersprechstunden will Bouffier bei aller Begeisterung für die technischen Möglichkeiten aber auch nicht verzichten.

Das Video ist auf www.buergersprechstunde.hessen.de zu sehen.

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