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Forschung Roboter für den Katastrophenfall

Minister Rhein präsentiert Beispiele für den Erfolg der Loewe-Forschungsprojekte. Das Land gibt dafür Millionen - aber noch mehr kommt von anderen Geldgebern.

Loewe-Roboter
Vor Matthias Hollick und dem Loewe-Roboter geht Minister Boris Rhein in die Knie. Foto: Michael Schick

Zwei Roboter haben Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU) am Mittwoch in Wiesbaden die Schau gestohlen. Das war durchaus in seinem Sinne. Denn die Maschinen zeigten sichtbarer als die von Rhein verkündeten Millionenbeträge für das Landesprogramm „Loewe“, wie nützlich die Förderung wissenschaftlicher Forschung sein kann.

Die Roboter, die an der Technischen Universität Darmstadt mit Hilfe von Loewe-Mitteln entwickelt werden, sollen im Katastrophenfall helfen. „Autonom“, also ohne Steuerung von außen, sollen sie eingestürzte Gebäude erkunden und dreidimensional kartieren, damit die Rettungskräfte daraus Schlüsse ziehen können.

Ein solcher ein Apparat hätte beispielsweise die Folgen des Reaktorunglücks im japanischen Fukushima enorm verringern können, ist der Darmstädter Informatikprofessor Matthias Hollick überzeugt. Stattdessen seien dort Roboter eingesetzt worden, die auf Stromkabel angewiesen waren – und den Dienst versagt hätten, weil die Kabel gerissen seien.

Das neuere Modell des Roboters ist mit einer Wärmebildkamera ausgestattet. So könne es Menschen erkennen und Hilfe dorthin lenken, berichtete TU-Robotik-Mitarbeiter Stefan Kohlbrecher.

Der Loewe-Schwerpunkt „Nicer“, in dessen Rahmen der Rettungsroboter entstand, forscht nach Hollicks Angaben auch an weiteren Fragen der Katastrophenbewältigung. So arbeite man an Kommunikationssystemen, die noch funktionieren, wenn die Stromversorgung zusammengebrochen und die Sendemasten eingestürzt sind, berichtete Hollick dem staunenden Minister.

Wissenschaftler aus Darmstadt, Kassel und Marburg arbeiten im Projekt „Nicer“ zusammen. Aus Rheins Sicht steht es stellvertretend für den Erfolg des Loewe-Programms, mit dem Hessen Forschung fördert. Seit 2008 seien mehr als 670 Millionen Euro Landesmittel dafür geflossen, darunter 64 Millionen im vergangenen Jahr. Im laufenden Jahr sind Ausgaben von 58 Millionen Euro geplant.

Stolz auf Drittmittelsumme

Besonders stolz zeigten sich der Minister und Professor Karl Max Einhäupl als Vorsitzender des Loewe-Programmbeirats über den hohen Anteil an Drittmitteln für die Projekte. Die Hochschulen hätten rund 760 Millionen Euro eingeworben, von der Europäischen Union, dem Bund, der Deutschen Forschungsgemeinschaft und Unternehmen. Das Forschungsprogramm lohne sich daher auch wirtschaftlich, betonte Rhein. „Diese Drittmittel wären nicht nach Hessen geflossen, wenn wir nicht mit Loewe in Vorleistung getreten wären.“

Eine Förderlinie von Loewe konzentriert sich auf die Zusammenarbeit von Forschungseinrichtungen mit kleinen und mittleren Unternehmen. Sie sei besonders wichtig, weil sich diese Firmen keine eigenen Forschungsabteilungen leisten könnten, erläuterte Rhein. „Viele dieser kleinen und mittleren Unternehmen wären abgewandert oder insolvent, wenn sie diese neuesten Forschungsergebnisse nicht erhalten könnten“, mutmaßte der Minister.

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