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Foodtrucks in Rhein-Main Student managt veganen Foodtruck

Der Idsteiner Student Maximilian Faust hat im Rhein-Main-Gebiet gemeinsam mit seinen Eltern ein ökologisches und soziales Familienunternehmen gegründet. Dabei versucht er, die Inhalte seines Studiums umzusetzen.

Vater Detlef und Sohn Maximilian Faust legen Wert auf regionale Produkte. Foto: Alex Kraus

Foodtrucks liegen im Trend. In vielen deutschen Großstädten haben sie sich etabliert, auch im Rhein-Main-Gebiet gibt es mittlerweile eine kleine Foodtruck-Szene. Seit vier Monaten ist auch Maximilian Faust Teil davon. Gemeinsam mit seinen Eltern hat der Student der Idsteiner Fresenius-Hochschule ein Familienunternehmen gegründet – und dabei versucht, die Inhalte seines Studiums umzusetzen. Der 25-Jährige gehört zum ersten Jahrgang des Masters „Sustainable Marketing and Leadership“ an seiner Hochschule.

„Nachhaltiges Marketing und Unternehmensführung“ heißt der Masterstudiengang übersetzt, seit dem vergangenen Wintersemester gibt es ihn an der privaten Fresenius-Hochschule im Taunus. Ein Unternehmen ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltig führen zu können, das sei Ziel seines Studiums, sagt Faust. Was er unter Nachhaltigkeit im Unternehmen versteht, erläutert er am Foodtruck der Familie: Sie setzen auf regionale Produkte (ökologischer Aspekt); die Bezahlung der Mitarbeiter liegt mit neun Euro pro Stunde 50 Cent über dem Mindestlohn und außerdem wird ihnen eine Anfahrtsstunde vergütet (sozialer Aspekt). Zudem sei nicht alles bei ihnen auf Gewinnmaximierung ausgelegt (ökonomischer Aspekt).

Ausschließlich vegan ist das Angebot des Foodtrucks, mit dem die Familie im Rhein-Main-Gebiet unterwegs ist (mehr Infos unter www.foodvegan.de). „Pioniere“ seien sie mit ihrem veganen Foodtruck, sagt Faust, ihm sei nur ein weiterer Foodtruck im Rhein-Main-Gebiet bekannt, der ausschließlich veganes Essen anbiete. Seine Eltern lebten seit zwei Jahren vegan, er selbst greife gelegentlich auch mal zu Fleisch. „Dennoch lege ich besonderen Wert darauf, mich gesund zu ernähren“, sagt Faust. Er kaufe für sich lediglich qualitativ hochwertiges Fleisch; bislang habe er nicht darauf verzichten können.

Wissenschaftlich untersucht

Bei „Food Vegan“, so der Name des Foodtruck-Startups der Familie Faust, gibt es dennoch Burger, nur eben ohne Fleisch. Sie heißen „Gandhi“ (der indische Pazifist lebte vegan), „Hipster“ und „Corleone“. Beraten wurde die Familie bei der Namensgebung von Fausts Kommilitonen. Mehrfach haben Gruppen von Studierenden des Masterstudiengangs in den vergangenen Monaten das Foodtruck-Unternehmen wissenschaftlich untersucht. Dabei hätten sie unter anderem Zielgruppen und Standorte analysiert, berichtet Faust, der auch in Zukunft auf Anregungen seiner Kommilitonen für den Foodtruck hofft.

Unterstützt wurde Faust außerdem von seinem Professor an der Fresenius-Hochschule. Dennis Lotter, der zugleich als Studiendekan für den Master verantwortlich ist, sieht viele Lehrinhalte im Foodtruck implementiert. Faust hat unter anderem das „Idsteiner Modell“ verwendet, ein Modell zur speziellen Darstellung eines nachhaltigen Unternehmens, das an der Fresenius-Hochschule entwickelt wurde.

„Der normative Handlungsrahmen eines Unternehmens, die Werte und Philosophie, sind bei diesem Ansatz von besonderer Bedeutung“, erläutert Lotter. Führungskräfte müssten sich fragen, welche Werte sie selbst besitzen und welche Auswirkungen ihr Handeln sozial und ökologisch habe, sagt der Professor. Eben solche Führungskräfte auszubilden, sei ein Ziel des Masterstudiengangs, für den aktuell 23 Studierende eingeschrieben sind, so Lotter.

Rund 600 Euro koste das auf vier Semester angelegte Studium im Monat an der privaten Hochschule, berichtet Faust. „Das Studium hat bei mir höchste Priorität“, sagt er. Neben dem Studium und den Schichten im Foodtruck arbeitet er zudem als Teilzeitkraft für einen hessischen Landtagsabgeordneten. Ein gutes Zeitmanagement sei wichtig, sagt Faust. „Auch mal um sechs Uhr morgens aufzustehen, um arbeiten zu können“, gehöre für ihn dazu.

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