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Flughafenausbau Terminal 3 soll 2021 Betrieb aufnehmen

Am Frankfurter Flughafen arbeiten die Architekten an der Feinplanung für das Terminal 3, während das umstrittene Großprojekt Thema bei den Koalitionsverhandlungen ist. Fraport will das Gebäude im Jahr 2021 in Betrieb nehmen.

Bis zum Jahr 2031 werde sich der Luftverkehr weltweit verdoppeln, sagt Fraport-Sprecher Dieter Hulick. Foto: Rolf Oeser

Bagger graben sich durchs Gelände. Asphalt für eine neue Straße wird aufgetragen: Im Süden des Frankfurter Flughafens stehen die Zeichen längst auf Ausbau. Schon im Mai vergangenen Jahres haben auf dem ehemaligen Airbase-Gelände die Vorbereitungen für den Bau des Terminals 3 begonnen, den die Fluglärm-Betroffenen verhindern wollen. Die Planer des anspruchsvollen Großprojekts haben schon einige Jahre früher ihr Quartier im Erdgeschoss der ehemaligen Offizierskaserne mit dem großzügigen Treppenhaus bezogen. Architekt Christoph Mäckler mit seiner 60 Mann und Frau starken Truppe ist derzeit mit der Feinplanung für die Ausschreibung beschäftigt. Jedes Detail muss berücksichtigt werden. „Da bleibt nichts im Ungewissen“, sagt Mäckler der Frankfurter Rundschau.

Die Architekten bildeten die Vorhut. Nach dem offiziellen Vorstandsbeschluss im Jahr 2010 zogen die Fraport-Leute nach. „Plan und Bau Terminal 3“ steht jetzt rechts auf dem blauen Schild neben dem Eingang des Gebäudes, in dessen Konferenzraum Bilder und Modelle des umstrittenen Projekts zu sehen sind.

Terminal 3 soll höhere Aufenthaltsqualität bieten

Ursprünglich sollten die Bauarbeiten in diesem Jahr bereits begonnen haben. Doch angesichts der Fluggastentwicklungen verschob der Konzern das Projekt. Inzwischen ist der Start für Herbst 2015 vorgesehen. Bis zum Jahr 2031 werde sich der Luftverkehr weltweit verdoppeln, sagt Fraport-Sprecher Dieter Hulick und beruft sich dabei auf Prognosen. „Ab 2020/21 brauchen wir das Terminal 3.“ Ulrich Kipper nimmt den Faden auf. Der Flughafenbetreiber sei sicher, dass die hohen Investitionen notwendig seien und sich auch rechneten. „Wir können uns nicht leisten, auf Vorrat zu bauen.“ Kipper ist Servicebereichsleiter bei Fraport. Ihm zur Seite steht Andreas Fischer, der das „ Anforderungsmanagement funktionale Planung Terminal 3“ leitet. Hinter diesem Wort-Ungetüm verbirgt sich die anspruchsvolle Aufgabe, sämtliche Interessen unter einen Hut zu bringen – die der Heizungsinstallateure, der Elektriker, der Sicherheitskontrolle, die der Architekten und natürlich der künftigen Mieter. Da wird ein Spezialaufzug für den Elektrowagen benötigt, der mobilitätseingeschränkte Passagiere transportiert. Die Entsorgung von Müll aus Nicht-Schengen-Staaten muss besonders gehandhabt werden. Oft genug ist es Fischers Job, Kompromisse auszuhandeln. „Das ist oft ein Ringen und Kneten in den Abteilungen“, sagt er. „Professor Mäckler arbeitet da eng mit uns zusammen“, fügt Kipper sicherheitshalber hinzu.

Der Architekt, der per Wettbewerb zu dem Auftrag kam, gibt sich pragmatisch. Er wolle hier kein Kunstwerk schaffen, für das jedes Fenster einzeln hergestellt werden müsse. „Keinen gezwirbelten EZB-Turm, sondern ein rational, entsprechend seiner Funktion gestaltetes Gebäude.“ Was derzeit noch allein als Modell oder Computeranimation zu sehen sei, sei ein „Umsteigebahnhof für Passagiere“.

Doch ganz so nüchtern wird das neue Terminal nun doch nicht. Es soll eine wesentlich höhere Aufenthaltsqualität bieten als die beiden nördlichen. Schon das in den 90er Jahren eröffnete Terminal 2 ist heller und transparenter als das erste. Doch nicht vergleichbar mit dem, was nach Fraport-Planung ab 2015 im Süden des Flughafens entstehen und 2021 in Betrieb gehen soll. Hohe Decken, viel Glas, Wände und Böden in warmen Naturtönen. Der Passagier bewegt sich nicht wie in einem Raumschiff, sondern bekommt mit, ob draußen Tag oder Nacht ist, ob es regnet oder die Sonne scheint. Er soll es gemütlich haben. Eine „Wohlfühlatmosphäre“ will Mäckler schaffen. „Weniger aseptisch, raus aus dem Techniziden“, wie er sagt.

Erster Bauabschnitt soll ab Herbst 2015 Platz für weitere 14 Millionen Passagiere im Jahr schaffen

Zugunsten von Tageslicht haben die Planer wo möglich auf kaltes Kunstlicht verzichtet. Sämtliche Leitungen und Rohre verschwinden in Blöcken, abgehängte Decken fehlen. Statt Rolltreppen gibt es sogenannte Schrägfahrsteige, die der Passagier auch mit Gepäckwagen benutzen darf. Das Umsteigen in ein Flugzeug an einem der beiden anderen Terminals soll flott und problemlos funktionieren. Das Gepäck wird durch einen 1,7 Kilometer langen Tunnel transportiert. Der Fluggast selbst ist in wenigen Minuten per Skyline-Bahn am anderen Gate.

So sehen es die aktuellen Pläne für das Terminal 3 vor, das bei den Architekten „Der wachsende Käfer“ heißt. Den Körper bildet das Zentralgebäude, in dem unter anderem Check-in, Sicherheitskontrollen, Gepäckausgabe oder Wartebereiche samt Ladenzeilen und Gastronomie unterkommen. Die Fühler sind die Flugsteige H und J. Und „wachsend“, weil der Komplex ohne großen Aufwand in einer zweiten Stufe um zwei weitere Flugsteige und einen erweiterten Körper ausgebaut werden kann. Wegen dieses Konzepts hatte Mäckler seinerzeit auch den Zuschlag bekommen.

Fraport plane so, dass die benötigten Kapazitäten zum richtigen Zeitpunkt zur Verfügung ständen, versichert Unternehmenssprecher Hulick. „Deswegen haben wir eine hinreichende zeitliche Flexibilität im Bauablauf angelegt und für Terminal 3 eine modulare Bauweise vorgesehen.“ Im ersten Bauabschnitt werde Platz für 14 Millionen Passagiere im Jahr geschaffen. „Zu einem späteren Zeitpunkt“ könnten in der Endausbaustufe bis zu 25 Millionen Passagiere im Jahr dort abgefertigt werden.

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