Lade Inhalte...

Flughafen Kassel-Calden Unternehmer kritisieren staatliche Stützung

Der Flughafen Kassel-Calden ist auf jährliche Millionen-Zuwendungen vom Staat angewiesen. Die Wirtschaft sieht dieses Staatsgeld für Calden kritisch.

Zu wenige Flugzeuge starten auf dem Kassel-Airport in Calden. Foto: dpa

Die hessischen Unternehmer waren die treibende Kraft beim Bau des Flughafens Kassel-Calden. Doch eine dauerhafte staatliche Stützung des 280 Millionen Euro teuren Flughafens, an dem zu wenige Jets starten und landen, lehnt die Vereinigung hessischer Unternehmerverbände (VhU) ab. Derzeit ist der Airport auf jährliche Millionen-Zuwendungen angewiesen.

Es sei „nur sehr vorübergehend eine Subventionierung denkbar“, sagte VhU-Hauptgeschäftsführer Volker Fasbender am Donnerstag. „Auf die Dauer kann es nicht der Weg sein.“

Das Flughafenprojekt war zunächst von der Industrie- und Handelskammer Kassel-Marburg vorangetrieben worden. Ende 2003 stieg das Land ein. Damals wurden die Baukosten auf 151 Millionen Euro geschätzt. Seitdem musste der Betrag mehrfach nach oben korrigiert werden.

Vor drei Jahren warnte Fasbender davor, die Kostensteigerungen „zum Totschlagsargument und zum Schlechtreden“ des Vorhabens zu missbrauchen. „Große Verkehrsinfrastrukturprojekte haben ihren Preis, aber sie setzen eben auch massive wirtschaftliche Entwicklungsimpulse über die Region hinaus“, fügte er damals hinzu. Am Donnerstag nannte Fasbender die Entwicklung des Flughafens Calden „kein Ruhmesblatt“.

Posch erklärt sich nicht

Der Hessische Rechnungshof hatte vor wenigen Tagen darauf hingewiesen, dass bei der Vergabe der Bauaufträge teilweise massiv gegen die Vorschriften verstoßen worden war, ohne dass das Wirtschaftsministerium eingeschritten sei. Erst gegen Ende der Bauphase sei man zur offenen Ausschreibung übergegangen, die der Rechnungshof schon vorher empfohlen habe. Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) räumte ein, dass es Vergabeverstöße gegeben hatte.

Der damals zuständige Wirtschaftsminister Dieter Posch (FDP) wollte sich nicht inhaltlich äußern. „Ich habe dem Bericht des Finanzministers nichts hinzuzufügen“, sagte er der FR. Er warte die weitere Diskussion ab.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum