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Flughafen Kassel-Calden Schwere Vorwürfe gegen Geschäftsführung

Die wenige Tage vor dem Ende ihrer Probezeit entlassene Vertriebschefin wirft der Geschäftsleitung des Flughafens Kassel-Calden vor, selbst schuld daran zu sein, dass dort bald nicht mehr regelmäßig Ferienflieger abheben.

24.06.2016 20:45
Gras wächst auf dem Parkplatz des umstrittenen Flughafens Kassel-Calden. Foto: Uwe Zucchi/dpa

Der krisengeschüttelte Kassel Airport kommt nicht zur Ruhe. Vertriebs- und Marketingleiterin Christine Altzinger ist nach eigenen Angaben wenige Tage vor dem Ende ihrer Probezeit vor die Tür gesetzt worden. Sie war nur ein halbes Jahr für den Flughafen tätig. Ihr sei gesagt worden, die Position werde nicht mehr gebraucht, sagte Altzinger. "Das ist der Versuch der Geschäftsführung, ein Bauernopfer für ihre eigenen Versäumnisse zu finden." Dafür eigne sie sich aber nicht, betonte sie. Der Flughafen wollte sich dazu nicht äußern. "Wir bitten um Verständnis, dass wir interne Personalangelegenheiten nicht kommentieren", hieß es auf Anfrage.

Altzinger erhob schwere Vorwürfe gegen die Geschäftsführung des Flughafens. Diese sei Schuld daran, dass es im Winter 2016/2017 keine regelmäßigen Ferienflüge gebe. Die Atmosphäre innerhalb des Unternehmens sei geprägt von Misstrauen, Geheimniskrämerei und Angst, sagte Altzinger. Fluglinien hätten den Flughafen als kompliziert und schwerfällig wahrgenommen, auch deshalb sei es nicht zu Vertragsabschlüssen gekommen.

Zum geplatzten Deal mit der Fluggesellschaft Germania, am Kasseler Airport mit einer Teilübernahme des finanziellen Risikos durch den Flughafen, ein Flugzeug zu stationieren, sagte sie: "Ich hatte den Eindruck, dass man von Seiten der Geschäftsführung einfach kein Interesse an der einzigen Fluglinie hatte, die KSF bedient."

Der Flughafen wies die Vorwürfe zurück. Der Airport habe bei den Verhandlungen "alle denkbaren Möglichkeiten in Betracht gezogen und diese unter Berücksichtigung des Spielraums, den die Vorschriften des Europäischen Beihilferechts den Flughäfen einräumen, bewertet".

2015 hatte der Flughafen 6,0 Millionen Euro Miese eingeflogen - 2,1 Millionen Euro weniger als 2014. Damit wurden die Sparvorgaben des Landes von zehn Prozent pro Jahr übererfüllt. Insgesamt wurden 65 000 Passagiere abgefertigt. Von den ursprünglichen Planungen ist der 2013 eröffnete Flughafen aber weit entfernt. Für das Jahr 2020 waren 640.000 Passagiere prognostiziert worden, die Zehnjahresprognose für das Jahr 2024 geht nun von nur noch 497 000 Passagieren aus.

Die schwarz-grüne Landesregierung will den Airport 2017 auf den Prüfstand stellen. An dem Regionalflughafen sind außer dem Land auch Stadt und Landkreis Kassel sowie die Gemeinde Calden beteiligt. (dpa)

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