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Wirbelschleppen Flughafen Frankfurt Weiter Wirbel um Dachschäden

Fraport ließ kürzlich Hausdächer in der Einflugschneise auf mögliche Gefahren durch Wirbelschleppen untersuchen. Jetzt verschickt das Kreisbauamt Briefe an Hausbesitzer: Beim Inspektionsprogramm seien Mängel am Dach ihres Hauses festgestellt worden. Man solle mitteilen, wann diese beseitigt werden. Viele Menschen sind empört.

Auch in der Rosserstraße müssen Ziegel erneuert werden. Foto: Martin Weis

Fraport ließ kürzlich Hausdächer in der Einflugschneise auf mögliche Gefahren durch Wirbelschleppen untersuchen. Jetzt verschickt das Kreisbauamt Briefe an Hausbesitzer: Beim Inspektionsprogramm seien Mängel am Dach ihres Hauses festgestellt worden. Man solle mitteilen, wann diese beseitigt werden. Viele Menschen sind empört.

Briefe des Main-Taunus-Kreisbauamtes sorgen seit Tagen für Wirbel in Flörsheim. Beim Inspektionsprogramm der Fraport seien Mängel am Dach ihres Hauses festgestellt worden, teilt die Behörde darin neun Hausbesitzern mit. Innerhalb von zehn Tagen sollen sie der Behörde melden, wann diese beseitigt werden.

In der Stadt, deren Wohngebiete seit Eröffnung der Nordwest-Landebahn besonders niedrig überflogen werden, sind viele Menschen empört. „Flörsheimer leben also nicht nur in Angst und Schrecken vor herabfallenden Ziegeln und anderen Auswirkungen der Wirbelschleppen, sie werden nicht nur morgens um fünf Uhr von heulenden Flugzeugen aus dem Schlaf gerissen, sie können nicht nur bei Ostwind ihren Garten nicht mehr benutzen, sondern sie müssen jetzt auch noch ihre Dächer auf eigene Kosten sanieren“, kommentiert Julia Wolf von der Bürgerinitiative Flörsheim-Hochheim die Aktion. Hinter dem Rücken der Bürger würde das Kreisbauamt zum Helfershelfer gemacht. „So befriedet man keine Region. So gießt man ständig neues Öl ins Feuer“, findet Frank Wolf von der Bürgerinitiative für Umweltschutz (BfU) Eddersheim.

Landrat Michael Cyriax (CDU) bedauert den Wortlaut der Briefe. Es tue ihm leid, wenn es zu Missverständnissen gekommen sei, ließ er gestern auf FR-Anfrage über seinen Sprecher Johannes Latsch ausrichten. Das Schreiben sei als „freundliche Bitte um Information und nicht als ultimative Aufforderung“ gemeint. „Als Kreisbauamt haben wir die Verkehrssicherungspflicht, wenn uns Mängel angezeigt werden, müssen wir handeln“, sagt Latsch.

Solarmodul komplett zerstört

Angezeigt haben die Mängel die Gutachter, die Fraport beauftragt hat, rund 2000 Dächer in Flörsheim und Raunheim zu inspizieren. Schnellstmöglich sollten auf diese Weise Erkenntnisse zur Häufung von Wirbelschleppenschäden gewonnen und Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Ans Kreisbauamt gemeldet habe man jedoch ausschließlich Schäden, bei denen Wirbelschleppen als Verursacher ausgeschlossen seien, sagte Fraport-Sprecher Dieter Hulick der FR. „Den Vorwurf, dass wir Verantwortung abschieben, weisen wir zurück.“

In Flörsheim sind zwischenzeitlich durch eine Wirbelschleppe nicht nur erneut Ziegel von einem Dach in der Wickerer Straße gefegt worden, auch das Modul einer Solaranlage in der Gallusstraße wurde komplett zerstört. Die genaue Ursache dafür konnte ein von Fraport engagierter Gutachter bisher noch nicht ermitteln. Hausbesitzer Klaus Gröschl vermutet, dass der Sog einer Luftverwirbelung das auf dem Dach montierte Solarmodul zum Zersplittern gebracht hat. Oder dass ein Eisbrocken von einem Flugzeug im Landeanflug darauf gestürzt ist und die zwei Quadratmeter große Glasplatte zerstört hat.

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