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Treburer Wald Protestcamp am Flughafen geräumt

1. UpdateDer Flughafenbetreiber Fraport will Bäume fällen lassen. Aus Protest haben Umweltaktivisten ein Camp im Treburer Oberwald errichtet. Zwei Aktivistinnen haben sich sogar einbetoniert. Nun hat die Polizei das Lager aufgelöst.

06.11.2018 13:47
Waldbesetzung im Treburer Oberwald
Umweltaktivisten haben im Treburer Wald bei Walldorf ein Protestcamp errichtet. Foto: imago

Hunderte Polizeibeamte haben ein Protestcamp von Umweltschützern gegen den Bau eines Autobahnzubringers am Frankfurter Flughafen geräumt.  Es waren mehrere Hundert Einsatzkräfte vor Ort, sagte ein Polizeisprecher. 

Das Lager aus Baumhäusern, Hochsitzen und Zelten in einem Wald war seit Januar errichtet worden. Der Protest von Umweltaktivisten richtet sich gegen den Bau eines Autobahnzubringers zum neuen Terminal des Flughafens.

Bei dem stundenlangen Einsatz stellte die Polizei die Personalien von insgesamt 16 Aktivisten fest. Vier verweigerten demnach die Angaben oder konnten sich nicht ausweisen, so dass sie in Gewahrsam kamen.

Zuletzt löste die Polizei noch die Arme zweier Aktivistinnen aus speziellen Betonvorrichtungen. Ihr Zustand werde ärztlich überprüft, schwerere Verletzungen lägen aber nicht vor. Der Arm einer der Frauen sei unter einer Baumwurzel einbetoniert gewesen, die andere habe mit dem Arm in einem im Boden verankerten Betonfass gesteckt.

Der Flughafenbetreiber Fraport will die Bäume auf dem Areal roden, um mit dem Bau eines Autobahnzubringers zum neuen Terminal 3 zu beginnen. Fraport will eigenen Angaben zufolge nicht juristisch gegen die Camp-Bewohner vorgehen.

Es ist laut Fraport die letzte Fläche, die für den Flughafenausbau benötigt wird. Für den Ausbau seien insgesamt 282 Hektar Wald nötig. Zum Ausgleich habe Fraport bereits 288 Hektar Wald wiederaufgeforstet. Der Bau des Autobahnzubringers soll 2019 beginnen.

Das Bauprojekt Terminal 3

Die Rodung soll Platz schaffen für eines der modernsten Flughafen-Terminals Europas. Gegner der Ausbaupläne befürchten jedoch mehr Lärm und Verkehr. Auf Flächen der ehemaligen US-Militärbasis im Süden des Frankfurter Flughafens soll das Terminal 3 entstehen, das jährlich Kapazität für bis zu 14 Millionen Passagiere bieten soll. Über die Autobahn A5 wird das Terminal an das bestehende Verkehrsnetz angebunden.

Dafür wird die Anschlussstelle Zeppelinheim erweitert. Die Abfahrt soll für den Verkehr aus Norden kommend um eine weitere Fahrspur ergänzt und für den abfahrenden Verkehr Richtung Norden um eine neue Auffahrt erweitert werden. Hierfür benötigt Fraport eine unmittelbar an der Autobahn A5 gelegene Fläche von rund 4,5 Hektar. Der eigentliche Baustart der Erweiterung der Anschlussstelle Zeppelinheim ist für das erste Quartal 2019 geplant. (FR/dpa)

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