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Räumung Sicherheitspanne am Frankfurter Flughafen

Drei Stunden Chaos am Flughafen Frankfurt: Nach einer Sicherheitspanne stellt die Lufthansa das Boarding ein, Tausende Menschen müssen den Sicherheitsbereich verlassen.

Teilweise Räumung des Flughafens Frankfurt
Tausende Fluggäste in Halle A im Terminal 1 des Flughafens Frankfurt warten stundenlang auf ihre Abfertigung. Foto: dpa

Am Terminal 1 stehen die Menschen dicht an dicht, Dutzende Flüge fallen aus, noch wesentlich mehr Verbindungen haben Verspätung. Am Frankfurter Flughafen hat am Dienstag das Chaos geherrscht: Drei Stunden lang wurden in Halle A des Terminals 1 keine Maschinen abgefertigt. Tausende Menschen mussten den Sicherheitsbereich wieder verlassen. Grund: Bei der Kontrolle einer vierköpfigen Familie hatte es eine Panne gegeben.

Zu dem Vorfall kam es kurz nach 11 Uhr, wie der Sprecher der Bundespolizei, Reza Ahmari, auf Anfrage der FR berichtete. Offenbar hatte es bei der Kontrolle in Halle A ein Missverständnis gegeben. Mindestens ein Mitglied der aus Frankreich stammenden Familie gelangte hinter die Absperrungen, obwohl die Überprüfung durch den privaten Sicherheitsdienst noch nicht abgeschlossen war. Denn bei der Kontrolle hatte der Sprengstoff-Schnelltest ein positives Ergebnis angezeigt. 

Fehler im Sicherheitscheck

Was dramatisch klingt, ist es in aller Regel nicht. Das Gerät schlägt bei diesem sogenannten Wischtest bei allen möglichen Substanzen an Handgepäck oder Kleidung an. Nur sind dann weitere Kontrollen zwingend erforderlich. Durch den Fehler einer Mitarbeiterin am Sicherheitscheck unterblieben diese bei zumindest einem Familienmitglied. Als die Gruppe dann nicht sofort auffindbar war, entschlossen sich die Beamten, das Boarding der Flugzeuge in Halle A zu stoppen und den gesamten Bereich hinter den Sicherheitskontrollen zu räumen.

Die Folgen waren immens, denn betroffen waren mehrere Tausend Menschen. Vor dem Sicherheitscheck bildete sich schnell ein riesiger Pulk von Reisenden, die zu den Gates wollten. Gleichzeitig kamen die bereits kontrollierten Passagiere aus dem Sicherheitsbereich zurück. Polizisten geleiteten sie zurück in den Bereich an den Check-in-Schaltern, der ebenfalls nach kurzer Zeit überfüllt war.

Fraport verteilt Snacks und Getränke, informiert aber wenig

Die Stimmung im Terminal blieb jedoch weitgehend entspannt – auch wenn die hohen Temperaturen vor der Tür und die vielen Menschen, die dicht gedrängt standen, dafür sorgten, dass sich die Halle aufheizte. Doch der Flughafenbetreiber Fraport reagierte schnell und schickte Mitarbeiter los, die Getränke und Snacks verteilten. Auch Sanitäter standen bereit, um bei gesundheitlichen Problemen von Reisenden einzuschreiten.

Kritik gab es allerdings an der Informationspolitik der Fraport. Zahlreiche Reisende beschwerten sich, es gebe kaum Durchsagen. Viele Menschen bezogen ihre Informationen ausschließlich aus den Livetickern der Medien sowie Facebook und Twitter. Doch nicht alles, was dort verbreitet wurde, stimmte auch. 

So hieß es zwischenzeitlich, die Passagiere sollten in die Bereiche B oder C gehen, ihre Maschinen würden dort abgefertigt. Doch davon konnte keine Rede sein. Sicherheitsleute schickten die Reisenden zurück in Halle A.

Genutzt wird der betroffene Bereich vor allem von der Lufthansa. Die Airline stellte am späten Vormittag die Abfertigung ihrer Maschinen ein. Auf den Anzeigetafel in Terminal 1 stand zwischenzeitlich hinter fast jedem Flug der Hinweis „verspätet“ oder „annulliert“. Viele Passagiere erinnerten sich an die Probleme am Münchener Flughafen vor wenigen Tagen. Dort hatte eine ähnliche Panne für Chaos gesorgt – das noch etwas größer ausfiel als nun am Rhein-Main-Flughafen. Bis der Flugbetrieb wieder normal lief, hatte es Tage gedauert.

In Frankfurt kam die Entwarnung gegen 14.30 Uhr. Die Polizei hatte die Familie ausfindig gemacht. Langsam konnte der Betrieb in Halle A wieder beginnen. Doch von regulären Abläufen war zunächst keine Rede. Vor den Sicherheitskontrollen bildeten sich lange Schlangen, so gut wie keine Maschine flog pünktlich ab. Die Lufthansa veröffentliche am Dienstagnachmittag einen aktualisierten Flugplan. Die Airline sprach zunächst von 49 gestrichenen Flügen. Betroffen waren auch mehrere Maschinen, die in Frankfurt gelandet waren. Sie konnten nicht wie geplant zu den Gates in Halle A rollen. Die Flugzeuge blieben auf dem Vorfeld stehen, bis ihnen eine andere Position zugewiesen wurde.

Die Familie aus Frankreich wurde von der Polizei befragt. Sie konnte am Nachmittag ihre Reise fortsetzen.

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