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Neue Wege für die Jets Über die A3 zum Flughafen

Der "gekrümmte Anflug" ist seit Dienstagnacht auf Frankfurt/Rhein-Main möglich - und Lufthansa Cargo will das sofort nutzen. Die Maschinen sollen dabei nicht mehr wie bisher geradlinig über Mainz oder Offenbach auf die Landebahn zusteuern.

19.01.2011 10:12
Jürgen Schultheis
Künftig ein Anhaltspunkt: Flugzeuge sollen über die A3 einschweben. Foto: dpa

Lufthansa Cargo hat am Dienstagnachmittag angekündigt, dass Frachtmaschinen vom Typ MD11 in der Zeit von 23 bis 5 Uhr über den gekrümmten Landeanflug den Frankfurter Flughafen ansteuern werden. Nach Angaben von Lufthansa beginnt der alte, geradlinige Anflug über Städte wie Mainz und Offenbach rund 19 Kilometer vor dem Airport. Beim gekrümmten Anflug umfliegen die Piloten diese Städte und schwenken erst neun Kilometer vor dem Flughafen in einer Höhe von 600 Meter auf den direkten, geradlinigen Anflug ein.

Bei Betriebsrichtung Ost, die in etwa zwei Drittel der Zeit im Jahr genutzt wird, fliegen die Maschinen aus Richtung Norden zwischen Langenselbold und Erlensee hindurch und drehen über Großauheim und Großkrotzenburg über den Main Richtung Flughafen ein. Über Hainburg steuern die Flugzeuge an Obertshausen vorbei zur A3, die als Orientierung Richtung Flughafen dient. Hinter dem Offenbacher Kreuz verlassen die Piloten den gekrümmten Anflug und fliegen die letzten Kilometer direkt an.

Fluglärmmonitoring gesichert

Aus Richtung Süden steuern die Piloten zwischen Stockstadt und Babenhausen nach Norden und drehen westlich von Mainhausen und südwestlich von Seligenstadt Richtung Flughafen ein, fliegen über Weiskirchen zur A3 und dann den gleichen Weg wie beim Anflug aus dem Norden. Mit dem neuen Anflugverfahren, das Teil des Maßnahmenpaktes Aktiver Schallschutz ist, werden nach Angaben der Deutschen Flugsicherung und der Lufthansa vor allem Hanau und Offenbach (Betriebsrichtung Ost) und Mainz (Betriebsrichtung West) von Lärm entlastet.

Das Anflugverfahren ist bei Betriebsrichtung Ost seit dem gestrigen Dienstag erlaubt, für die Betriebsrichtung West soll die Genehmigung der Flugsicherung in den nächsten Tagen kommen. „Damit löst die DFS die Zusage ein, noch vor der Inbetriebnahme der neuen Landebahn Nordwest lärmmindernde Verfahren im Rhein-Main-Gebiet einzuführen“, sagte ein Sprecher der DFS.

Mit dem Erwerb von sechs Fluglärmmessstationen durch den Planungsverband und die Zusage Raunheims, einen Server für die Weitergabe von Lärmdaten aufzubauen, ist in die Inbetriebnahme eines öffentlichen Fluglärm- und Flugroutenbeobachtungssystems durch das Umwelthaus sichergestellt. Die Inbetriebnahme schien gefährdet, weil das Frankfurter Parlament eine Beteiligung abgelehnt hatte. Eine der neuen Stationen wird in Offenbach aufgebaut, eine zweite in Rüsselsheim. Messstationen und Server sind bestellt und sollen Ende Februar in Betrieb gehen.

Wegen der Zustimmung der FDP zum Antrag der Flughafenausbaugegner (FAG) im Frankfurter Parlament, am Fluglärmmonitoring nicht teilzunehmen, hat die FDP in der Landesregierung den Frankfurter Freidemokraten einen Rüffel erteilt. Vor der Entscheidung im Stadtparlament hatten die Koalitionspartner CDU und Grüne vergeblich versucht, die FDP umzustimmen. Nach FR-Informationen hat eine Mehrheit in der FDP-Fraktion die Zustimmung zum Antrag damit begründet, einer grünen Umweltdezernentin keinen Einfluss auf den Airport gewähren zu wollen.

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