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Neue Landebahn Fluglärm Ein bisschen leiser - vielleicht

Die Flugsicherung und das Forum Flughafen & Region führen drei neue Verfahren zum Anfliegen für den Frankfurter Airport ein. Das neue zweite Instrumentenlandesystem für die Nordwestbahn ist weltweit einmalig.

Die Masten der zwei Landesysteme. Foto: Michael Schick

Die Flugsicherung und das Forum Flughafen & Region führen drei neue Verfahren zum Anfliegen für den Frankfurter Airport ein. Das neue zweite Instrumentenlandesystem für die Nordwestbahn ist weltweit einmalig.

Zwei unscheinbare Sendemasten an der Nordwestbahn führen zum Ziel: Der linke sendet Signale aus, die den Piloten auf einem Gleitwinkel von 3,0 Grad zur Bahn führen. Der rechte ermöglicht einen etwas steileren Winkel von 3,2 Grad. Dadurch sollen die Städte und Gemeinden unter dem Endteil weniger Lärm abbekommen. Die neue Landebahn im Nordwesten ist weltweit die einzige, die jetzt über zwei Instrumentenlandesysteme (ILS) verfügt, erklärt Thomas Kleinmann von der Deutschen Flugsicherung (DFS) während einer Stippvisite an der Bahn.

Es ist ein schöner, sonniger Tag, fast windstill. Die meisten Piloten landen bei diesen Bedingungen selbst, sagt Kleinmann. Bei schlechtem Wetter können sie eine automatische Landung wählen. „Wenn auch die Vögel zu Fuß gehen“, so Kleinmann, würden ohnehin nur Landungen mit dem üblichen 3,0-Grad-Winkel zugelassen. Drei Verfahren werden am Donnerstag in der Feuerwache 4 des Frankfurter Flughafens vorgestellt. Sie sollen die Region vom Fluglärm entlassen.

Mehr Dialog

Man sei bestrebt, den Fluglärm und das erwartete Wachstum im Luftverkehr zu entkoppeln, sagt Johann Wörner, der Vorsitzende des „Forums Flughafen und Region“. Es soll den Dialog zwischen den Gemeinden und der Luftverkehrswirtschaft fördern. Wörner selbst kennt die Bemühungen um mehr Lärmschutz seit zwölf Jahren.

Gerade 40 Meter höher werden die Flugzeuge über dem Lerchesberg in Sachsenhausen sein, wenn sie mit 3,2 Grad anfliegen, nur 15 über Flörsheim. Dort donnerten die Maschinen bislang in einer Höhe von 275 Metern über die Dächer. 15 Meter – „das ist nicht viel“, räumt André Biestmann von der Deutschen Flugsicherung ein, der die neuen Verfahren vorstellt: Die Gegenanflüge, auf denen die Flugzeuge parallel zum Endanflug in entgegengesetzter Richtung fliegen, werden um 1000 Fuß, also 300 Meter, angehoben.

So könnten jene Gemeinden entlastet werden, die unter diesen Routen liegen. Als dritte Neuerung wurden die sogenannten Eindrehpunkte, je nach Wetterlage, weiter nach Osten oder Westen verlegt. Über Offenbach und Mainz sollen keine Maschinen mehr ins Endteil eindrehen.

"Perfektes Flugwetter"

Ob die vorgegebenen Höhen tatsächlich eingehalten werden und wie sich die Lärmbelastung entwickelt, wird an verschiedenen Orten gemessen und analysiert, verspricht Günter Lanz vom Umwelt- und Nachbarschaftshaus.

Die neuen Verfahren würden schon „ein bisschen“ was bringen, meint Berthold Fuld, Sprecher des Bündnisses der Bürgerinitiativen. „Vorausgesetzt, sie werden tatsächlich genutzt.“ Er habe im Internet gesehen, dass die verschobenen Eindrehpunkte tatsächlich angewendet werden, die Gegenanflüge aber niedriger als vorgesehen ausfallen. Der neue Anflugwinkel sei dagegen noch gar nicht umgesetzt worden. „Obwohl wir heute das absolut perfekte Flugwetter hatten.“

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