Lade Inhalte...

Nachtflüge Keine Ruhe in der Nacht

Wieder gab es in der Nacht 19 Ausnahmeflüge. Während der Fluglärmschutzbeauftragte die genehmigten Flüge verteidigt, kritisiert die BI Eddersheim die Landesregierung. Sie umgehe das Nachtflugverbot, lautet der Vorwurf.

Ausnahmefälle bei Nachtflügen werden zum Streitpunkt. Foto: dapd

Wieder gab es in der Nacht 19 Ausnahmeflüge. Während der Fluglärmschutzbeauftragte die genehmigten Flüge verteidigt, kritisiert die BI Eddersheim die Landesregierung. Sie umgehe das Nachtflugverbot, lautet der Vorwurf.

Wieder eine neue Formulierung. Wegen „Rückenwindsperrung der 18 West“ seien die 19 Nachtflüge nach 23 Uhr am späten Donnerstag notwendig gewesen, schrieb der hessische Fluglärmschutzbeauftragte, Patrick Kirsch, der Bürgerinitiative für Umweltschutz Eddersheim (BFU) aus Flörsheim. Die unterstellt der Landesregierung, die vom Bundesverwaltungsgericht bestätigten Nachtflugeinschränkungen systematisch auszuhebeln: „Mittlerweile ist die Landesregierung um keine Ausrede mehr verlegen, den Flugbetrieb bis gegen Mitternacht auszudehnen“, kommentiert BFU-Sprecher die Antwort Kirschs.

Der Fluglärmschutzbeauftragte poltert zurück: Die Eddersheimer seien „populistisch und unsachlich“. Es hätten sich auch andere Leute wegen der Donnerstagsflüge bei ihm beschwert. Sie alle hätten akzeptiert, dass es wegen der Wetterbedingungen zu einem Stau gekommen sei, den die Fluggesellschaften nicht zu verantworten hätten. Lediglich die BFU polemisiere, spiele sogar mit den Ängsten der Menschen.

Die Eddersheimer hatten darauf hingewiesen, dass eine um 23.19 Uhr gestartete Lufthansa-Maschine nach Kairo um 23.48 Uhr wieder auf den Boden des Flughafens Frankfurt zurückkehrte. Es habe eine „Notlandung“ gegeben. Kirsch: „Die machen mir die Leute wuschig.“ Notlandungen gebe es bei technischen Problemen, seien sie noch so klein.

Geruchsentwicklung im Jet

Der Kairoflug sei wegen „Geruchsentwicklung“ umgekehrt, informiert eine Lufthansasprecherin und konkretisiert auf Nachfrage: „Es war kein Rauch.“ Bei ersten Untersuchungen sei kein Defekt festgestellt worden.

Unterstützung bekommt die Bürgerinitiative von der Grünen Alternativen Liste Flörsheim. Das warme Pfingstwochenende habe „wieder das ganze Ausmaß des Fluglärms“ gezeigt. Nicht nur der Krach am Tag sei nicht mehr auszuhalten, sagt Fraktionschefin Renate Mohr. „Besonders schlimm ist die Tatsache, dass ständig das Nachtflugverbot unterlaufen wird.“ 110 Flüge innerhalb von zehn Tagen seien „empörend“. Hessens Verkehrsministerium müsse diese hohe Zahl erklären. Mohr ermutigt die Betroffenen, in ihrem Protest nicht nachzulassen: „Die Menschen in der Region sollten weiterhin mit allen Mitteln demonstrieren und ihren Unmut äußern, zumal Fraport und Landesregierung eine weitere deutliche Zunahme der Flugbewegungen als Ziel haben.“

Dabei hat die neue Landebahn schon jetzt den Alltag mancher Menschen massiv geändert. Das zeigt das Protokoll von Winfried Ross, der Pfingstmontag von 9.53 Uhr bis 10.27 Uhr auf seiner Gartenterrasse auf dem Sachsenhäuser Berg frühstückte. 14 Landungen über dem Süden der Stadt zählte der Frankfurter in dieser Zeit. Bis zu 74,9 Dezibel zeigte sein Schallmessgerät. „Wer kann, will oder muss unter diesen menschenverachtenden Bedingungen hier noch weiterleben?“, fragt Ross. Die neue Landebahn müsse stillgelegt werden.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen