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Montagsdemo gegen Fluglärm Die Lärmgegner sind zurück

Der Widerstand ist ungebrochen: Zur ersten Montagsdemo der Fluglärmgegner nach der Sommerpause kommen bis zu 2000 Menschen - und geben ein ohrenbetäubendes Konzert im Frankfurter Flughafen.

Die Menschen, die unter Fluglärm leiden, machen Radau: „Die Bahn muss weg.“ Foto: Andreas Arnold

Der Widerstand ist ungebrochen: Zur ersten Montagsdemo der Fluglärmgegner nach der Sommerpause kommen bis zu 2000 Menschen - und geben ein ohrenbetäubendes Konzert im Frankfurter Flughafen.

Fraport hat drei neue Schilder aufgestellt: „Das Anbringen von Plakaten, Bannern, etc.“, steht darauf, „ist untersagt“. Sie stehen rund um den Aufgang, von dem aus die Ausbaugegner montags ihre Reden halten. Die pfiffigen Organisatoren finden schnell eine praktikable Lösung: „Wir halten jetzt die Transparente in den Händen“, sagt Jossy Oswald.

Die Sommerferienpause ist vorbei, sechs Wochen gab es lediglich fantasievolle Mahnwachen, an denen immerhin auch bis zu 300 Menschen teilnahmen. Doch jetzt beginnt wieder die Zeit der Montagsdemonstrationen.

Es ist das 29. Mal, dass wieder Hunderte angereist sind, um an der Quelle des Lärms gegen eben diesen zu protestieren. Das Recht, sich in Terminal 1 zu versammeln, hat Julia Kümmel für sie erstritten. Bis vor das Bundesverfassungsgericht war die Abschiebegegnerin gezogen, nachdem ihr Fraport im Jahr 2003 ein Hausverbot auf Lebenszeit erteilt hatte. „Der Flughafen ist kein privates Wohnzimmer von Fraport“, sagt die 47-Jährige in einer Pressekonferenz vor dem Beginn der Demo.

Sie und ihre Mitstreiter bemühen sich seit mehr als 20 Jahren, Abschiebung zu verhindern. Erst am vergangenen Mittwoch, sagt sie, wurde ein Roma in den Kosovo und ein herzkranker Vietnamese von Frankfurt ausgeflogen. Mit Interventionen am Check-in-Schalter und Flugblättern für die Mitreisenden versuchten sie, solche Aktionen zu verhindern – diesmal erfolglos. „4000 Menschen wurden im vergangenen Jahr von Frankfurt aus abgeschoben“, sagt Kümmel, die im Februar 2011 das Bundesverfassungsgerichtsurteil erkämpfte. „Das war eine schallende Ohrfeige für Fraport“, sagt sie. Und für die Richter in den Vorinstanzen „ein Lehrstück in Demokratie“.

Um 17.30 Uhr sind schon einige Demonstranten da – darunter Mitglieder des Volksliederbunds Flörsheim. Gut gelaunt sind die Mannen mit den dunkelblauen Poloshirts. Und sie haben ein neues Lied mitgebracht. „Über den Dächern, ja da krachen die Flugzeuge rein, machen Angst und machen Sorgen, und dann, wecken um fünf Uhr morgens ...“ und so weiter – frei nach „Über den Wolken“ von Reinhard Mey. Mit der Gesangseinlage beginnt die Demonstration. Doch viel lauter als die Stimmen der Flörsheimer Sänger sind die Trommeln, Trillerpfeifen und Topfdeckel, mit denen die Demonstranten ein ohrenbetäubendes Konzert veranstalten. 1600 Leute zählt die Polizei, die Organisatoren 2000.

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