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Main-Kinzig Fluglärm Breite Front gegen Fluglärm

Weiter Druck machen, nicht locker lassen und das klare Ziel Nachtflugverbot zwischen 22 und 6 Uhr: Das verkündet die neue Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler (SPD) bei ihrem "Antrittsbesuch" bei der Interessengemeinschaft Fluglärm Hanau-Kinzigtal.

Fluglärm ist nachweislich gesundheitsgefährdend. Foto: Michael Schick

Je mehr weitere Kommunen mit im Boot sind, desto mehr Durchschlagskraft entsteht beim Druckmachen gegen den Fluglärm rund um den Frankfurter Flughafen: Zu diesem Ergebnis kam die neue erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler (SPD) nach ihrem Antrittsbesuch bei der Interessengemeinschaft Fluglärm Hanau-Kinzigtal (IGF). „Wir müssen mit gemeinsamer Stimme gegen den Fluglärm sprechen“, erklärte sie. Und es gelte weiter dicke Bretter zu bohren.

Besonders die Stadt Hanau solle nun verstärkt mit eingebunden werden, erklärte die neue Beigeordnete den gut 30 IGF-Mitgliedern bei deren Hauptversammlung am Dienstagabend. Dazu hatte sie den gleichgesinnten Hanauer Dezernenten Andreas Kowol (Grüne) im Schlepptau. Auch er will mehr mit an dem Strang ziehen, den der Main-Kinzig-Kreis, die IGF und viele MKK-Kommunen und darüber hinaus schon fest im Griff haben. Und er möchte auch die Stadt Offenbach noch mehr für den gemeinsamen Kampf gewinnen. Er sei bereits mit seinem dortigen Kollegen im Gespräch, sagte er. Das östliche Rhein-Main-Gebiet solle noch entschlossener seine berechtigten Interessen gegen die Fluglärm- und damit auch erwiesene Gesundheitsbelastung vertreten.

Simmler und Kowol sprechen sich nach wie vor für das Ziel eines absoluten Nachtflugverbots zwischen 22 und 6 Uhr aus. „Und wir werden da auch nicht locker lassen.“ Kowol erwartet von seinem Parteifreund und Wiesbadener Verkehrsminister Tarek Al- Wazir spätestens in einem Jahr „Butter bei die Fische“: Eine klare Regelung etwa mit Blick auf die sogenannten Lärmpausen, bei denen derzeit lediglich von einer Lärm-Umverteilung die Rede sein könne. „Es müssen An- und Abflugverfahren entwickelt werden, die zu einer tatsächlichen Entlastung und einer echten Verlängerung der Nachtruhe führen“, so Kowol.

Auch die Deutsche Flugsicherung sei gefordert, keine Flugrouten mehr „nach Gutdünken“ auszubaldowern, sondern die Öffentlichkeit und ihre Gremien, wie etwa die Fluglärmkommission, zu beteiligen. Optimistisch stimmt Kowol das Gerichtsurteil, dass die Südumfliegung rechtswidrig sei. Das betreffe zwar nicht Hanau, Offenbach und Main-Kinzig, zwinge aber die DFS, sich mit gebotenem Nachdruck Mühe um die Flugrouten zu machen

Und die Ablehnung der Revision zur Klage des Main-Kinzig-Kreises gegen die Anhebung der Flughöhen durch den Kasseler Verwaltungsgerichtshof bleibe im Fokus. Hier habe der Kreis Einspruch eingelegt, auf die Reaktion des Gerichts müsse man warten. Die Klagen ausgewählter Musterkläger gegen den Planfeststellungsbeschluss zu Flughafenausbau seien ja bereits abgelehnt worden. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass die des Main-Kinzig-Kreises Erfolg hat, stufen die Beteiligten als eher gering ein.

IGF-Vorsitzender Eric Ludwig hörte diese Aussagen gerne und ortet fast eine neue Aufbruchstimmung. „Die neue Beigeordnete verfolgt konsequent, was ihr Vorgänger André Kavai angefangen hat.“

Auch dass der Hanauer Dezernent jetzt an Bord ist, sieht Ludwig als Schritt in die richtige Richtung. Dann könnten auch von der Stadt Hanau Impulse ausgehen. Stadt, Kreis und Bürgerinitiative hätten mehr Gewicht gegenüber Land, Bund und Fraport.

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