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Frankfurter Flughafen Verdi fordert bessere Bezahlung

Die Betriebsräte der sogenannten Bodenverkehrsdienste am Frankfurter Flughafen sind sich einig: Es müsse Schluss sein mit den schlechten Arbeitsbedingungen und der ungleichen Bezahlung.

Bundesweite Verdi-Aktion
Bundesweite Verdi-Aktion: Mitarbeiter am Flughafen thematisieren ihre Arbeitsbedingungen, Foto: Michael Schick

Auf dem Papier sind die Unternehmen Fraport, Fraground, Wisag und FraCareS, die mehr als 10.00 Beschäftigte auf dem Frankfurter Flughafen vertreten, Konkurrenten. Am Dienstagvormittag jedoch zeigten die Betriebsräte dieser sogenannten Bodenverkehrsdienste auf einer Verdi-Aktion im Terminal 1 große Geschlossenheit: Es müsse Schluss sein mit den schlechten Arbeitsbedingungen und der ungleichen Bezahlung, lautete die Botschaft, die von Politikern der im hessischen Landtag vertretenen Parteien unterstützt wurde.

Deutlich wurden auch die große Identifikation mit dem Arbeitsplatz Flughafen und das Bestreben, die Arbeitsabläufe so zu gestalten, dass sich die Fluggäste in Frankfurt wohlfühlen. Oft handele es sich zum Beispiel bei älteren Passagieren um einen letzten Wunsch, das Traumziel zu erreichen, erzählte Mehdi Schariflou, Betriebsratsvorsitzender der Firma Fracare, die Menschen mit Behinderung bis zum Flugzeug begleitet: „Wir schieben keinen Rollstuhl, wir schieben Menschen“ und „wir haben ein Extra-Herz“. Hinzu kommen Kenntnisse in drei bis vier verschiedenen Sprachen. Dennoch lasse es der Arbeitgeber an Wertschätzung fehlen, was sich auch am schlechten Gehalt ablesen lasse.

Nach Angaben von Gewerkschaftssekretärin Katharina Wesenick sind die Einkommen bei den Bodenverkehrsdiensten „extrem unterschiedlich“. Während die Mitarbeiter, die direkt beim Flughafenbetreiber Fraport beschäftigt sind, 2500 bis 3000 Euro brutto im Monat verdienten, erhielten die bei der Tochter FraCareS Beschäftigten nur 11 bis 12 Euro pro Stunde. Doch auch bei Fraport hat es Absenkungen bei den Gehältern gegeben – um die Arbeitsplätze zu erhalten, so Betriebsrat Hakan Bölükmese, und „noch sei die Abwärtsspirale nicht zu Ende“.

Kein qualifiziertes Personal

Oft werden sogenannte Drittanbieter für die Abwärtsspirale verantwortlich gemacht, doch auch bei den Wisag-Beschäftigten, die, bevor Wisag den Zuschlag erhielt, bei Acciona gearbeitet haben, schlägt das Herz für den Flughafen. Der Betriebsratsvorsitzende Behrad Ghofrani bedauerte, dass sein Unternehmen kein qualifiziertes Personal bekomme. Viele würden die deutsche Sprache nicht beherrschen. Das belaste die anderen Kollegen. Noch habe es „keine Abstriche bei der Sicherheit“ gegeben, betonte Ghofrani. Die Politik könnte sich nicht in die Tarifauseinandersetzungen einmischen – etwa wenn es um eine bessere Eingruppierung gehe. Aber sie kann „uns Rückhalt geben“.

Das war dann auch am Dienstagvormittag parteienübergreifend der Fall. Der von Verdi geforderte Branchentarifvertrag, der für gleiche Arbeitsbedingungen aller in Deutschland tätigen Bodenverkehrsdienste sorgen soll, wurde von den Vertretern und Vertreterinnen der CDU, der Grünen, der SPD und der Linken unterstützt. Der CDU-Landtagsabgeordnete Bodo Pfaff-Greiffenhagen erinnerte daran, dass die Landesregierung die von der EU vorgeschriebenen Drittanbieter verhindern wollte.

Der hessische SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel forderte, dass die „Kannibalisierung in der Luftverkehrswirtschaft“ ein Ende haben müsse – ebenso wie der „Dauerstreit zwischen Fraport und Lufthansa“. Die Airline hatte immer wieder auf einer Senkung bei den Gebühren bestanden.

Die Vorsitzende der Linken im hessischen Landtag, Janine Wissler, kritisierte den „ruinösen Kostenwettbewerb in der Luftfahrtbranche“, der auf dem Rücken der arbeitenden Menschen ausgetragen werde.

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