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Frankfurter Flughafen Ja zu FRA

Tausende Menschen haben am Frankfurter Römerberg demonstriert - für den Flughafen. Bislang hatten nur die Fluglärm-Gegner im Rhein-Main-Gebiet protestiert. Sie sehen die Demo daher auch als Werbeveranstaltung.

"Ja zu FRA" nennt sich eine von Lufthansa, Condor und dem Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport organisierte Kundgebung, deren Teilnehmer auf dem Römerberg in Frankfurt am Main für den Flughafen demonstrieren. Foto: dpa

Vorstandsmitglieder, Betriebsräte, Arbeitnehmer, Auszubildende – bei der Kundgebung „Ja zu FRA“ am Donnerstagnachmittag auf dem Römerberg kamen die Mitarbeiter der drei Luftfahrtunternehmen zu Wort, von denen die Demonstration organisiert worden war. Der Flughafen-Betreiber Fraport sprach von über 10.000, die Polizei von 8000 Besuchern. Mit einer solchen Teilnehmerzahl hatten die Veranstalter nicht gerechnet: „Ich bin tief beeindruckt. Dankeschön. Super“, rief Fraport-Chef Stefan Schulte ins Mikrofon. Es sprachen aber auch viele „Gäste“, die deutlich machen sollten, wie sehr Fraport in der Region verwurzelt ist.

Nachdem der Hauptgeschäftsführer der Hessischen Unternehmerverbände, Volker Fasbender, ein klares Bekenntnis zum Flughafen-Ausbau abgegeben hatte, erklärte Gerald Kink vom Hotel- und Gaststättengewerbe, dass die Branche „ohne den Flughafen nicht überlebensfähig“ wäre. Ein Bauunternehmer lobte das am Mittwoch von Landesregierung und Luftverkehrswirtschaft vorgestellte Lärmschutzpaket, das einen Umfang von 335 Millionen Euro hat: Davon werde auch etwas im Handwerk ankommen.

Knapp eine Million Euro für die Kundgebung inklusive Werbekampagne

Dann waren die Sportler an der Reihe: Gunnar Wöbke von den Skyliners sprach zwar „stellvertretend für die Profisportclubs“, erinnerte aber auch an die Rolle von Fraport als „riesigen Förderer von vielen kleinen Vereinen“. Siggi Dietrich, Manager beim Frauenfußballverein 1. FFC, sagte, sonst sehe man so viele Menschen auf dem Römerberg nur, wenn ein großes Fußballturnier gewonnen wurde und rief den Teilnehmern zu: „Wir sind stolz auf Euch.“

Ernst Brands, Geschäftsführer der Firma Werkstätten für Behinderte Rhein-Main, erinnerte an die „sehr freundschaftliche Verbindung“, die man mit Lufthansa Cargo pflege. Eine halbe Stunde vor der Kundgebung hatten die drei Vorstandsvorsitzenden von Fraport, Lufthansa und Condor ins Haus am Dom zu einer Pressekonferenz eingeladen. Dort dementierten sie die Einschätzung der grünen Landtagsfraktion, wonach die Kundgebung inklusive Werbekampagne knapp eine Million Euro gekostet habe. Die Kosten seien nicht der Rede wert, meinten die Vorstände, wollten aber auch keine konkrete Summe nennen.

Die Teilnahme sei freiwillig und finde in der Freizeit statt

Die Unterstellung, Mitarbeiter seien zur Teilnahme „verdonnert“ oder für die Teilnahme belohnt worden, wurden dementiert. Die Teilnahme sei freiwillig und finde in der Freizeit statt. Es gebe auch keinen freien Tag dafür. Zur Initiative „Ja zu FRA“ sagte Schulte, die Demonstrationen der Flughafenausbau-Gegner und die Berichterstattung darüber hätten irrtümlich den Eindruck erweckt, dass ein Großteil der Bevölkerung gegen den Ausbau sei.

„Ja zu Fra“ wolle für die Menschen eine Plattform sein, die den Ausbau für notwendig halten. Christoph Franz, Vorstandsvorsitzender bei der Deutschen Lufthansa, nannte den Flughafen einen „Kronjuwel des Rhein-Main-Gebiets“. Condor-Geschäftsführer Ralf Teckentrup erklärte, durch die neue Landebahn sei erstmals wieder Wachstum möglich. Die Condor habe deshalb im vergangenen Jahr 300 neue Mitarbeiter eingestellt, für dieses Jahr seien weitere 200 Stellen geplant.

„Solange wir die Flieger am Himmel sehen, haben wir Arbeit und Brot.“

Auch auf der Kundgebung wurde die „Job-Maschine“ Frankfurt mehrfach zitiert. „Wir wollen deutlich machen, dass der Job-Motor nicht gebremst werden darf“, sagte die Betriebsratsvorsitzende von Fraport, Claudia Amier. „Schön, dass wir gemeinsam hier stehen und um unsere Arbeitsplätze kämpfen“, ergänzten zwei Lufthansa-Betriebsräte. Ein Arbeitnehmer-Vertreter von Lufthansa Cargo formulierte die Hoffnung, dass bald auch wieder nachts geflogen werden könne. Und ein Mitarbeiter der Bodenverkehrsdienste, der mit Tochter Emelie auf der Bühne erschien und in Schwanheim wohnt, meinte: „Solange wir die Flieger am Himmel sehen, haben wir Arbeit und Brot.“

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