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Frankfurter Flughafen Fraport saniert Rollfeld vor Terminal 1

Am Frankfurter Flughafen wird das Rollfeld vor dem Terminal 1 für 33 Millionen Euro grundsaniert. Bis November wird auf drei Baustellen die Betonschicht herausgerissen und neu gelegt. Zu Verzögerungen oder Ausfällen im Flugbetrieb soll es wegen der Bauarbeiten nicht kommen.

18.07.2014 11:04
Fabian Grabenberg, dpa
Mit schwerem Gerät brechen Arbeiter die massive Asphaltdecke der Rollbahn auf dem Flughafen in Frankfurt auf. Foto: dpa

Das Nachtflugverbot kommt den Bauarbeitern auf dem Rollfeld des Frankfurter Flughafens gerade recht. Die Sonne steht schon tief, als die ersten Arbeiter anrücken und die Sicherheitskontrollen passieren. Statt in den Urlaub zu fliegen, bereiten sie sich auf ihren nächtlichen Einsatz vor. Sie müssen raus auf das Rollfeld, acht Stunden bohren, baggern und betonieren.

Vor «viel Gerätschaft, viel Lärm, viel Vibration auf dem Boden» warnt Tobias Leins, der Leiter des Bauprojektmanagements Infrastruktur der Flughafenbetreiberin Fraport. Das ist man am Flughafen Frankfurt ja ohnehin gewohnt, nun kommt die Nacht noch hinzu. Da der Flugbetrieb tagsüber nie stillsteht und stets Vorfahrt hat, müssen größere Bauarbeiten in die Nacht verlegt werden. «Der Flughafen schläft nie, vielleicht die Flieger», meint Leins.

Auf drei Baustellen soll das Rollfeld vor dem Terminal 1 grundsaniert werden. Bis November wird die 70 bis 80 Zentimeter dicke Schicht aus speziellem Beton und Asphalt rausgerissen und neu gelegt, erklärt Fraport-Projektleiter Axel Konrad. Die Arbeit am Flughafen sei immer etwas Außergewöhnliches. «Ich bin ein Kind der Region, ich bin hier aufgewachsen, hier zu arbeiten, hier zu bauen, macht schon Spaß», schwärmt Konrad, während im Hintergrund der nächste Flieger abhebt.

Auf zwei der drei Baustellen werde nur in den Nächten gearbeitet. «Die Kollegen da draußen haben Druck, sie müssen die Fläche nach acht Stunden wieder freigeben», sagt Leins. Auf der dritten Wanderbaustelle wird montags bis samstags in einem 24-Stunden-Schichtbetrieb gearbeitet. Sie liegt im Herzen des Boardingbereichs von Lufthansa. Bis zu sechs Stellplätze für Flugzeuge des Unternehmens sind teilweise gesperrt und müssen in das Vorfeld verlegt werden.

Der Flugbetrieb werde durch die Bauarbeiten nicht eingeschränkt, Staus, Verzögerungen oder gar Ausfälle aus diesem Grund gebe es nicht, versichert Fraport-Sprecher Dieter Hulick. Die Passagiere bekämen von den Bauarbeiten nicht viel mit, sie müssten nur öfter mit Bussen raus auf das Vorfeld gebracht werden.

Um 22.00 Uhr wird die Rollbahn «November» vor dem Terminal 1 für den Flugbetrieb gesperrt. Dann strahlen Scheinwerfer ihr Licht über das Vorfeld. Keine fünf Minuten später vibriert bereits der Boden. Nun wird die ganze Nacht gehämmert, gebohrt und gebaggert - bis 06.00 Uhr am nächsten Morgen. «Tagsüber ist das ein Flughafen mit Baustelle und nachts eine Baustelle mit Flughafen», scherzt Projektleiter Konrad.

Insgesamt werde es 100 Tage und 100 Nächte dauern, von Mai bis November. Bis zu 140 Arbeiter und etwa 40 Großgeräte, darunter Bagger, Raupen, Walzen, Asphaltfertiger, Betonmischer und Lastwagen sind im Einsatz. In einer achtstündigen Nachtschicht bewegen die Arbeiter und Maschinen bis zu 4000 Tonnen Beton pro Baustelle. Das entspreche dem Gewicht von rund 3000 Autos, erklärt Konrad. Der logistische Aufwand sei so groß, dass bereits ein Jahr im Voraus geplant wurde.

Die drei Baustellen sind 140 000 Quadratmeter groß, das entspricht laut Fraport rund 13 Fußballfeldern. Die Grundsanierung kostet Fraport rund 33 Millionen Euro. (dpa)

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