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Frankfurter Flughafen Bündnis gegen Terminal 3

Der Frankfurter Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne) gerät wegen des geplanten dritten Terminals im Südosten des Frankfurter Flughafens immer mehr unter Druck.

06.08.2014 11:35
Bürger und Anwohner besichtigen im Februar das Waldareal östlich der A 5 zwischen dem Autobahnanschluss Zeppelinheim und dem Walldorfer Badesee Um das neue Terminal 3 besser an die vorhandene Verkehrsinfrastruktur anzubinden, soll in diesem Bereich eine zusätzliche Autobahnabfahrt gebaut werden. Foto: Monika Müller

Jetzt hat die Initiative „Zukunft Rhein-Main“ ein Gutachten vorgelegt, wonach das Terminal nicht genehmigt werden kann, weil „der Transportbedarf für Personen und Material“ nicht sichergestellt sei. Im Planfeststellungsbeschluss zum Flughafenausbau habe das hessische Verkehrsministerium ausdrücklich eine etwa sechs Kilometer lange Straßenbahntrasse zwischen dem Flughafenbahnhof im Norden und dem Terminal gefordert. Außerdem sei in dem Beschluss von einem Ausbau der A 5 und dem Bau einer Anschlussstelle Zeppelinheim im Osten des Flughafens die Rede. Ferner sei ein 1,6 Kilometer langer Tunnel für den Materialtransport vorgeschrieben, heißt es in einer Pressemitteilung der Initiative.

Die drei Sprecher der Initiative, der Landrat des Kreises Groß-Gerau, Thomas Will, die Mainzer Umweltdezernentin Katrin Eder und die Bürgermeisterin von Hochheim, Angelika Munck, fordern die Stadt Frankfurt auf, „keine Baugenehmigung für ein mangelhaft erschlossenes und damit nicht funktionstüchtiges Terminal“ zu erteilen. „Eine solche Genehmigung stünde im Gegensatz zum Baurecht sowie zu den Auflagen des Planfeststellungsbeschlusses und wäre damit rechtswidrig“, heißt es in der Mitteilung.

Politisch eingreifen

Der Mainzer Professor Thomas Münzel und die Sprecherin der Bürgerinitiative gegen die neue Landebahn in Frankfurt-Sachsenhausen, Ursula Fechter, die beide der Flughafen-Expertenrunde von Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) angehören, haben Cunitz in einem „persönlichen Statement“ gebeten, die Baugenehmigung nicht zu erteilen. Niemand zwinge ihn, die Genehmigung jetzt zu erteilen. Mit einer Genehmigung würde die Koalitionsvereinbarung der schwarz-grünen Landesregierung, die Notwendigkeit des Terminals ergebnisoffen prüfen zu lassen, ad absurdum geführt. „Hier muss die hessische Landesregierung umgehend politisch eingreifen“, fordert Münzel.

Der Antrag auf eine Baugenehmigung war im September 2013 eingereicht worden. Nach Angaben der Initiative Zukunft Rhein-Main sollen dort täglich 39 000 Fluggäste abgefertigt werden. Cunitz hatte mehrfach erklärt, dass die Stadt keinen Spielraum habe und die Genehmigung erteilen müsse, wenn alle formalrechtlichen Vorgaben erfüllt seien. Es handele sich nicht um eine politische Entscheidung. Das Prüfverfahren wird voraussichtlich demnächst abgeschlossen sein. (ft)

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