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Frankfurt Flughafen Fluglärm Mit Kunst gegen Fluglärm

Getrommelt wurde schon gegen Fluglärm. Gepicknickt, gestrickt, gesungen. Nun hat sich die Bürgerinitiative Sachsenhausen im Kampf gegen Fluglärm der Protest-Kunst gewidmet.

Ort der Ausstellung "Kunst gegen Fluglärm" ist die Gärtnerei Giersch in Frankfurt-Sachsenhausen. Foto: Michael Schick

Ein Flugzeug, dass über eine grüne Landschaft fliegt und hinter sich zerstörte Natur zurücklässt. Ein Sandsturm und ein Tsunami, die einen Landstrich verwüsten. Solch düstere Bilder hat Uschi Wacker bei der Ausstellung „Kunst gegen Fluglärm“ am Sonntag auf dem Sachsenhäuser Berg gezeigt. „Ich habe die Bilder gemalt, weil ich ausdrücken wollte, was ich über den Flughafenausbau denke“ so Wacker. „Alles wird kaputt gemacht und für unsere Kinder bleibt nur eine zerstörte Welt zurück.“

Etwas weniger drastisch, doch genauso vehement formuliert die Bürgerinitiative Sachsenhausen (BIS) ihr Ziel im Kampf gegen den Fluglärm: „Wir fordern die Schließung der Nordwestlandebahn“, sagt Monika Plottnik von der BIS. Sie hat die Ausstellung auf dem Gelände der Gärtnerei Giersch an der Babenhäuser Landstraße organisiert, um den Protest der Bürgerinitiativen an eine größere Öffentlichkeit zu tragen.

Ihrer Einladung waren 33 Aussteller gefolgt, hauptsächlich Hobbykünstler aus Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet, die ihre Bilder, Skulpturen und ihren Schmuck zeigten und verkauften. Für die Stände, die sich in den Gewächshäusern der Gärtnerei aufreihten, wurde keine Standgebühr erhoben und jeder Aussteller konnte selbst entscheiden, wie viel Prozent seiner Einnahmen er seiner Heimat-Bürgerinitiative spenden wollte.

Neben dem Wunsch, mit einer solchen Ausstellung ein breiteres Publikum zu erreichen, möchte die BIS Geld für den langfristigen Protest gegen die Landebahn und ihre gesundheitlichen und ökologischen Auswirkungen sammeln. „Wir brauchen einen langen Atem.“ Dieser Ansicht ist auch Knut Dörfler. Er ist ebenfalls Mitglied in der Bürgerinitiative Sachsenhausen und engagiert sich dort seit über zehn Jahren. „Auch nach über einem Jahr ist unser Protest nicht weniger geworden, im Gegenteil, es beteiligen sich immer mehr Menschen an unseren Aktionen.“

Unterstützer spenden Kaffee und Kuchen

Es gibt jedoch auch noch etwas humorvollere Ausstellungsstücke und Aktionen, als die Bilder von Wacker. Drei Frauen, die ebenfalls zur BIS gehören, schenken warmen Apfelwein aus und verkaufen „Stopp-Fluglärm-Hundekekse“, um Geld für ihre Sache zu sammeln. Neben dem Sachsenhäuser Apfelweinwirt Adolf Wagner und dem Frankfurter Bäcker Eifler hatten eine Reihe anderer Unterstützer Kaffee, Kuchen und Getränke gespendet.

Nach dem Trommelpicknick auf der Hauptwache, dass Plottnik Ende August organisiert hatte, ist die Ausstellung zum Fluglärm eine weitere Protestform, mit der die Sachsenhäuser Landebahn-Gegner ihre Meinung kundtun und die Unterstützung der übrigen Frankfurter Bevölkerung gewinnen wollen. Vor allem in den nördlichen Stadtteilen geht es, was den Lärm betrifft, deutlich ruhiger zu.

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