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Frankfurt Flughafen Fluglärm Eine Partei für die Lärmgeplagten

Klaus Zimmer, Chef der Hochheimer Bürgerinitiative, vertraut nicht länger auf bestehende Parteien. Er gründet zur Landtagswahl seine eigene. Ihr Name: irgendwas mit "Lärmfolter".

03.09.2012 22:48
Klaus Zimmer will mit der neuen Partei alle Arten von Lärm thematisieren und zur Landtagswahl antreten. Foto: Mario Vedder/dapd

Klaus Zimmer hat beim Thema Fluglärm das Vertrauen in die Politik verloren. Der Hochheimer will mit seiner Bürgerinitiative „Unser Hochheim“ nun eine eigene Partei gründen. Sie solle „ein Sammelbecken für alle Betroffenen sein, die verbittert sind und in ihrer Wut der Demokratie nicht verloren gehen dürfen“, sagt Zimmer. Der 64-Jährige hofft bei der Parteigründung auf die Unterstützung anderer Bürgerinitiativen gegen Lärm jeglicher Art, etwa auch der Anwohner im vom Bahnlärm geplagten Mittelrheintal.

Mit der noch namenlosen Partei, die vorerst unter dem Arbeitstitel „laermfolter@arcor.de“ agiert, will Zimmer bei der kommenden Landtagswahl in Hessen antreten. Die Gründungsversammlung soll „in geraumer Zeit“ abgehalten werden. Zuvor will der ehemalige Ministerialbeamte aus Rheinland-Pfalz das Fundament der neuen Partei aber auf eine breitere Basis stellen und das Gespräch mit anderen Initiativen im Rhein-Main-Gebiet suchen. Neben dem Fluglärm im Umkreis des Frankfurter Flughafens gilt der Kampf auch sonstiger vom Luftverkehr ausgehender Umweltbelastung.

Auf die Idee zu der Parteigründung habe ihn der hessische Grünen-Chef Tarel Al-Wazir gebracht, berichtet Zimmer. Jener sagte ihm im Dezember, eine Stilllegung der Landebahn Nordwest stehe nicht mehr in der Macht der Politik. „Das ist desillusionierend“, sagte Zimmer, der in jungen Jahren für die CDU im Wiesbadener Stadtparlament saß.

Mehr als nur ein Thema

Den derzeit aktiven Parteien wirft Zimmer vor, über das Land Hessen, die Stadt Frankfurt und den Bund hinter Fraport und der Deutschen Flugsicherung zu stehen. „Sie haben uns das Problem aus der Luft eingebrockt, wer glaubt, dass sie daran noch etwas ändern, ist ein Träumer“, sagt er. Den Vorwurf, eine rein monothematische Partei gründen zu wollen, weist Zimmer zurück: „Es geht um unsere Gesundheit und Lebensqualität. Wenn das monothematisch sein soll, verstehe ich die Welt nicht mehr.“

Zimmer ist seit 17 Jahren Vorsitzender der Bürgerinitiative „Unser Hochheim“. In anderen Initiativen in Hessen und Rheinland-Pfalz will er ausreichend Unterstützer für die neue Partei finden. „Wir Bürger müssen uns unsere Heimat zurückwählen“, sagt Zimmer. So könnten sie mit den Parteien auf Augenhöhe und nicht bloß als Bittsteller verhandeln sowie parlamentarische Initiativen starten. Die neue Partei werde „nicht die sofortige Lösung sein, aber der Weg dahin“. (dapd)

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