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FR-Stadtgespräch Fluglräm Bürger fordern Stilllegung der neuen Landebahn

Fluglärmgeplagte Anwohner diskutieren mit Wirtschaftsvertretern: Beim FR-Stadtgespräch zum Ausbau des Flughafens prallen unterschiedliche Interessen aufeinander.

01.12.2011 21:34
Von Laura Wagner
Im Gespräch: Harald Fiedler, Mathias Müller, Baby Shoo. Foto: Fickert

Fluglärmgeplagte Anwohner diskutieren mit Wirtschaftsvertretern: Beim FR-Stadtgespräch zum Ausbau des Flughafens prallen unterschiedliche Interessen aufeinander.

"Die neue Landebahn muss stillgelegt werden.“ Mehrfach ist diese Maximalforderung beim FR-Stadtgespräch am Mittwochabend aus den Reihen der Zuschauer erhoben worden. Es geht um Themen, die Frankfurt beschäftigen – und damit zwangsläufig auch den neuen Oberbürgermeister, vor und nach der Wahl im März. Der Fluglärm ist ganz vorne dabei.

Unterschiedliche Interessen prallen beim Thema Flughafenausbau aufeinander. Wirtschaftliche Interessen stehen der Gesundheit der Bewohner – die auch Arbeitnehmer sind – gegenüber. Frankfurt ist ein starker Wirtschaftsstandort. Vor allem wegen des Flughafens. „Wenn wir die logistische Kette nicht gewährleisten können, tut es jemand anderes“, sagt IHK-Präsident Mathias Müller. Im Klartext bedeutet das: Wegfall von Arbeitsplätzen. Aber dass die Menschen in und um Frankfurt teilweise in „unzumutbaren Situationen“ leben, das sei auch nicht kleinzureden. Ein Problem, das auch Petra Roths Nachfolger nicht alleine wird lösen können. „Zu sagen: kümmer’ dich drum, stell das ab, wäre naiv“, sagt Müller.

Es sei ein Thema, das man miteinander angehen müsse, Befürworter und Gegner an einem Tisch, sagt DGB-Chef Harald Fiedler. So wie vor zehn Jahren, als der Flughafenausbau und ein Nachtflugverbot nach der Mediation beschlossen wurden. Gemurmel ist aus dem Publikum zu hören.

"Das Vertrauen ist weg"

Das Problem beschränkt sich nicht auf die Nacht. Auch tagsüber ist es laut. „Die Leute haben Angst vor dem Frühjahr“, sagt Ralf Heider aus Niederrad. „Das Vertrauen in ein Mediationsverfahren ist weg“, fügt ein Sachsenhäuser hinzu. Das wieder herzustellen, so Fiedler, sei Aufgabe des neuen Stadtoberhaupts.

Die Diskussion um den Flughafenausbau dauert seit 15 Jahren an. Lange Zeit regte sich kaum Protest, nun nimmt er immer weiter zu. Am Montag demonstrierten knapp 3000 Menschen im Flughafen gegen den Lärm. „Dass der Lärm ein solches Ausmaß annimmt, war unvorstellbar“, sagt Müller. Das sieht Volker Hartmann aus Oberrad anders: „Es war abzusehen.“ Er fordert die Stilllegung der neuen Landebahn. „Die Bewohner halten es nicht mehr aus, etwas anderes geht nicht.“ Das Publikum klatscht.

Doch so schnell gibt Müller nicht auf. Verlagerung, Schallschutz, Anflugverfahren. All das könne die Situation noch verändern. Als erstes müsse man akzeptieren, dass es sich um „ein gesamtgesellschaftliches Problem“ handelt. Und dann versuchen, gemeinsam – Befürworter und Gegner des Flughafenausbaus – eine Lösung zu finden. Einig sind sich alle darin, dass der Flughafen die Frankfurter Politik weiterhin beschäftigen wird.

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