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Flugverkehr Sonntagsdemo am Flughafen

Initiativen warnen vor Gefahren für Gesundheit und Klima. Vor sieben Jahren wurde die Landebahn eröffnet.

Demo gegen Fluglärm
Seit der Eröffnung der Landebahn gibt es die Montagsdemos in Terminal 1. Im Bild die 150. Auflage. Foto: Peter Jülich

Zu einer Sonntagsdemonstration im Terminal 1 rufen die Bürgerinitiativen gegen den Flughafenausbau anlässlich der Eröffnung der Landebahn Nordwest vor sieben Jahren auf. Das Motto lautet „5 nach 12“, also beginnt sie um 12.05 Uhr. Als Redner ist Michael Kopatz angekündigt. Der Projektleiter für Energie-, Verkehrs- und Klimapolitik am Wuppertal-Institut wird zu „Klimawandel und Mobilität/Luftverkehr“ sprechen.

Das Bündnis der Bürgerinitiativen (BBI) nimmt den Jahrestag am 21. Oktober zum Anlass, gegen den wachsenden Luftverkehrs zu demonstrieren. Die Klimaveränderungen seien dramatisch, der Luftverkehr einer der Hauptverursacher. „Wir alle merken: Es ist fünf nach zwölf, aber es ist hoffentlich doch noch nicht zu spät“, sagt BBI-Sprecher Thomas Scheffler.

Die bevorstehende Landtagswahl sei „eine Chance zur Umkehr in der verfehlten Flughafen- und Luftverkehrspolitik der letzten Jahre“. Auch dies werde am Sonntag Thema sein. Bei der Demonstration würden die Landtagsparteien „nicht ungeschoren davonkommen“, sagt Scheffler. Und erinnert an die Norah-Studie und die Forschungsergebnisse des Mainzer Uniprofessoren Thomas Münzel, die die Gesundheitsgefahren belegen.

Aus Mainz haben sich Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) und Bürgermeister Günter Beck (Grüne) zur Demo angekündigt. Sie rufen zur Teilnahme auf. Mangels Nachfrage habe Flughafenbetreiberin Fraport „massive Anreize für Billig-Airlines“ gesetzt, die zu massiven Belastungen für die Region führten. „Nun haben wir einen Sommer der Flugausfälle und zahllosen Verspätungen mit vielen Flügen bis tief in die Nachtstunden hinein erlebt.“ Fraport habe sich die Region nicht zum Freund gemacht. „Vor Ort werden enorme Gewinne eingefahren, der Schaden wird an die Region weitergereicht.“

Wie die beiden Politiker hervorheben, ist die Anbindung zum Flughafen zwar von Vorteil. „Aber das Notwendige und Wünschenswerte wird in Frankfurt dem maximal Machbaren geopfert.“ Dieser Kurs müsse korrigiert werden.

Die Initiative gegen Fluglärm Mainz kündigt für Sonntag eine „Testaktion“ an, bei der ein Dachziegel auf eine Schaufensterpuppe fallen und sie am Kopf treffen wird. „Die Auswirkungen werden sehr plastisch sein.“ Hier geht es um die rund 6000 Hausdächer in Raunheim und Flörsheim, die Fraport gegen Wirbelschleppen im Landeanflug sichern soll. Knapp die Hälfte der Dächer wurde bisher geklammert. Darunter zum Teil mangelhaft, wie sich vor wenigen Monaten herausstellte. „Und immer wieder fallen Dachziegel“, sagt Sprecher Lars Nevian. „Nur mit viel Glück kamen bisher keine Menschen zu Tode.“

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