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Fluglärmkommission Zehn Jahre aktiver Lärmschutz

Die Fluglärmkommission wirkt seit zehn Jahren auf den aktiven Schallschutz rund um den Frankfurter Flughafen ein. Nun zieht sie Bilanz.

Flugzeug im Anflug auf die Nordwestbahn über Eddersheim. Foto: Michael Schick

Vor zehn Jahre meldete die Fluglärmkommission ihren Anspruch an, auch bei den An- und Abflugrouten und anderen Maßnahmen des aktiven Schallschutzes mitzureden. Nach anfänglichen Widerständen durch die Deutsche Flugsicherung (DFS), so der Kommissionsvorsitzende Thomas Jühe, konnte sich das Gremium durchsetzen und entwickelte in den Jahren 2004 und 2005 rund 80 Vorschläge, wie die Bevölkerung vom Lärm entlastet werden könne. Unter dem Arbeitstitel „Zehn Jahre aktiver Schallschutz“ zog die Kommission am Freitag in Frankfurt Bilanz. Deutlich geworden sei, dass es sich „nicht um ein Politikfeld handelt, in dem man schnelle Erfolge erreichen kann“, so Rühe weiter, der auch Bürgermeister von Raunheim ist.

Und so schweifte sein Blick nicht nur zurück, sondern auch in die Zukunft, wenn es möglich sein werde, das „archaische System der bestehenden Flugrouten“ zu überwinden und durch eine intelligente Navigation über Satelliten zu ersetzen. Eine solche Navigation würde es zum Beispiel ermöglichen, Siedlungsgebiete besser zu umfliegen.

Immerhin: Die Maschinen fliegen jetzt höher an

Noch aber sei völlig offen, so Silvia Schütte vom Darmstädter Öko-Institut, wie steil ein Flugzeug sinken kann und wo es spätestens in den Geradeausflug vor der Landung einbiegen muss. Das Öko-Institut war von der Kommission beauftragt worden, die Bilanz zusammenzustellen, und so führte Schütte aus, was umgesetzt und was noch geprüft wird. Ein ganz praktisches Angebot für die Bevölkerung ist die Betriebsrichtungsprognose, die beim Umwelt- und Nachbarschaftshaus in Kelsterbach abgerufen werden kann. Die Menschen unter den An- und Abflugrouten können dann entscheiden, ob sie nachts das Schlafzimmerfenster offen lassen oder die Party am Samstag im Garten besser verschieben.

Der von drei auf 3,2 Grad erhöhte Anflugwinkel auf die neue Nordwestbahn verringert den Lärm zwar nur geringfügig, wie Jühe einräumte. Aber „es ging darum, die Tür aufzukriegen“. Früher seien solche Änderungsvorschläge kategorisch abgelehnt worden. Inzwischen bemühe sich der Flughafenbetreiber Fraport auszuloten, was alles möglich sei. Jühe selbst kann sich auch einen Anflugwinkel von 3,5 Grad vorstellen.

Die Inbetriebnahme der neuen Nordwestbahn hat die 1966 gegründete Fluglärmkommission vor neue Herausforderungen gestellt. Immerhin konnte das Gremium erreichen, dass die Maschinen den Flughafen jetzt höher als ursprünglich geplant anfliegen. Demnächst soll eine weitere Anhebung getestet werden. Dadurch bekommen die Menschen, die unter diesen Anflugrouten wohnen, weniger Lärm ab. Insgesamt aber werde für den aktiven Schallschutz viel Zeit und Aufwand benötigt, sagte Jühe.

Das Verhältnis zu den Bürgerinitiativen gegen den Flughafenausbau habe sich zwar verbessert, bleibe aber weiter angespannt, weil die Kommission die hohen Erwartungen nicht erfüllen könne, hieß es.

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