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Fluglärm Ryanair stört Nachtruhe 29 Mal allein im März

Der Billigflieger Ryanair hält sich nicht an die Regelung zum Nachtflugverbot: Immer wieder landen Maschinen nach 23 Uhr - Tendenz steigend.

Fluggesellschaft Ryanair
Der Billigflieger Ryanair hält sich nicht an das Nachtflugverbot. Foto: dpa

Nach kurzer Besserung verstärkt sich der Trend zur Ruhestörung wieder: 29 Mal landete Ryanair im März nach 23 Uhr am Frankfurter Flughafen. 29 Mal riss die Airline somit das Nachtflugverbot. Die Hälfte aller Verspätungen traten mit Beginn des Sommerflugplans vor zehn Tagen ein, sagt Wolfgang Harms, Sprecher des hessischen Verkehrsministeriums der Frankfurter Rundschau. „Das ist eindeutig zu viel“, stellt er fest und versichert: „Wir halten den Druck aufrecht und prüfen weiter jede einzelne Verspätung.“ Zum Sommer hatte die Airline angekündigt, von Frankfurt aus 37 Strecken zu bedienen. Als sie vor einem Jahr dort erstmals startete, waren es sechs.

Der Deutsche Fluglärmdienst (DFLD) hatte am Dienstag die März-Daten bis einschließlich vergangenen Mittwoch veröffentlicht. Bis dahin gingen 21 Verspätungen auf das Konto der Iren – 40 Prozent der gesamten verspäteten Landungen. Eine hohe Zahl angesichts des geringen Anteils am Gesamtverkehrsaufkommen.

Der Billig-Airline gelingt es nicht, die im September erstmals auffällig gewordenen Probleme in den Griff zu bekommen. Trotz der um 200 Prozent erhöhten Flughafengebühren bei Verspätungen. Das offizielle sechsstündige Nachtflugverbot beginnt zwar um 23 Uhr.

Doch der Planfeststellungsbeschluss erlaubt unter bestimmten Einschränkungen Landungen bis Mitternacht: Sie dürfen sich nicht aus dem Flugplan ergeben und pro Kalenderjahr den Durchschnitt von 7,5 pro Tag nicht überschreiten. Diese Grenze ist bei weitem noch nicht erreicht. Doch das Durchbrechen der sechsstündigen Nachtruhe stellte eine zusätzliche Belastung für die Fluglärmbetroffenen dar, die ohnehin für ein achtstündiges Nachtflugverbot kämpfen.

Vor einem Monat hatte es noch so ausgesehen, als bekäme Ryanair die Kurve. Der Druck zeige Wirkung, teilte das Verkehrsministerium anlässlich der Februar-Bilanz mit. „Die Botschaft kam offenkundig an“, urteilte Minister Tarek Al-Wazir (Grüne). Nur neun Flugzeuge waren im Februar verspätetet gelandet – kein Vergleich zu den je 35 Maschinen im November und Dezember und auch nicht zu den 19 im Januar.

Doch im März waren es wieder 29. Ryanair-Kommunikationschef Robin Kiely teilt der Frankfurter Rundschau erneut mit: „Wir beabsichtigen nicht, diesen Sachverhalt regelmäßig zu kommentieren.“ Das Nachtflugverbot werde bei der Planung berücksichtigt. Doch im März seien „einige der Flüge von geringfügigen Verspätungen betroffen“. Dieses Mal schuld daran: „Die durch Fluglotsen verursachten Slot-Verspätungen in Großbritannien und Deutschland.“ Die Airline habe sich an die zuständigen Behörden gewandt, „um diese zu einer Lösung dieses Problems aufzufordern“.

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