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Fluglärm Flughafen Frankfurt Fraport: Fluglärm ist zurückgegangen

Der Frankfurter Flughafen-Betreiber Fraport legt einen ersten Lärmschutzbericht vor. Danach sei der gemessene Lärm an zahlreichen Messpunkten zurückgegangen. Bürgerinitiativen bezweifeln allerdings die Verbesserung, da Fraport nur im Nahbereich des Flughafens messen lasse.

Ist der Fluglärm im Rhein-Main-Gebiet tätsächlich zurückgegangen? Bürgerinitiativen bezweifeln es. Foto: Bernd Settnik/dpa

Der Betreiber des Frankfurter Flughafens, die Fraport AG, hat am Mittwoch einen ersten Lärmschutzbericht vorgelegt. Er richtet sich "an die Nachbarn und Anwohner", wie es in der Einleitung heißt. "Wir wissen, dass der Flughafen ein knüppelhartes Thema ist, an dem wir weiter arbeiten", sagte Peter Schmitz vom Fraport-Vorstand. Bei der Reduzierung des Lärms komme man bei weitem nicht so schnell voran, "wie wir uns das wünschen", sagte Schmitz und räumte ein, dass einzelne Maßnahmen wie etwa die Anhebung des Anflugwinkels für die Nordwestbahn "nicht unbedingt hörbar" seien.

In dem Bericht, der alle halbe Jahre aktualisiert werden soll, wurde das Fluggeschehen während des Winterflugplans 2012/2013 mit dem des Winterflugplans 2011/12 verglichen. Dabei habe sich gezeigt, dass das Verkehrsaufkommen in diesem Zeitraum um etwa fünf Prozent abgenommen habe. Zudem stellte sich nach Angaben von Fraport heraus, dass "der gemessene Lärm an zahlreichen Messpunkten zurückgegangen ist". Dies sei "definitiv der Fall". Insgesamt gibt es 28 Messpunkte, die von der Fraport betreut werden. Zwei davon sind wegen Sanierungsarbeiten derzeit nicht in Betrieb.

Schmitz wies darauf hin, dass im Winter 2012/13 bedingt durch die Wetterlage besonders viele der täglich 1187 Maschinen in Richtung Osten starteten und landeten. Dadurch habe es zum Beispiel in Bischofsheim und Raunheim mehr Lärm gegeben. Die Südumfliegung, die seit 20. September 2012 für schwere Maschinen eingeführt wurde, habe die Gegend um Hochheim und Flörsheim entlastet.

Horst Weise vom Deutschen Fluglärmdienst, der ein eigenes Mess-System betreibt, kritisierte auf Anfrage, dass die Fraport nur im "Nahbereich" des Flughafens Mess-Stationen habe. "Was in Hanau oder Mainz los ist, interessiert Fraport nicht." Dabei gebe es außerhalb des von Fraport dokumentierten Lärmteppichs "hochbelastete Gebiete". In Mainz-Weisenau etwa, eine Station des Landes Rheinland-Pfalz, sei der Dauerschallpegel im März 2013 im Vergleich zum März 2012 von 51,0 Dezibel auf 52,9 Dezibel gestiegen. "Das ist deutlich mehr."

Bedingt durch die ungewöhnliche Wetterlage habe es eine Lärmverschiebung gegeben. Richtig sei, dass "wenn weniger geflogen wird, auch weniger Krach entsteht". Die bisherigen Lärmschutz-Maßnahmen wie die Erhöhung des Anflugwinkels "bringen so wenig, dass ein Mensch den Unterschied nicht hört".

Berthold Fuld vom Bündnis der Bürgerinitiativen gegen Fluglärm bezweifelte, dass es unterm Strich leiser geworden sein soll. Vielmehr könnten durch neue Abflugverfahren die Belastungen sogar weiter steigen. Er glaube nicht, dass die Fraport den Dialog mit Nachbarn und Anwohnern suche; das sei "Augenwischerei".

"Es nutzt mir nichts, wenn Fraport sagt, dass es leiser geworden ist. Ich kann nicht mehr in meinem Garten sitzen", erklärte Volker Hartmann von der Bürgerinitiative in Oberrad. Es werde "nur daraufhingearbeitet, die Leute zu beruhigen". Er habe die Hoffnung aufgegeben, dass es leiser werde. Deshalb bleibe er bei der Forderung: "Die Bahn muss weg."

Auch Ursula Fechter von der BI Sachsenhausen hält die Schließung der Bahn für die einzige Möglichkeit, damit im Frankfurter Süden wieder Ruhe einkehrt. Die Proteste gegen die neue Bahn würden nicht abflauen, kündigte sie an: Demnächst werde kombiniert mit einem Straßenfest der Sachsenhäuser Landwehrweg in Sachsenhäuser Lärmwehrweg umbenannt.

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