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Fluglärm Flughafen Frankfurt Empörung über neues Abflugverfahren

Bei der 60. Montagsdemo gegen Fluglärm auf dem Frankfurter Flughafen sorgt nicht nur weiterhin die neue Landebahn für Aufregung. Auch dass die Lufthansa ab Juni mit dem Steigschub bereits bei 300 Metern beginnen will, empört die Demonstranten.

Ohren zu: die 60. Montagsdemo. Foto: Martin Weis

Bei der 60. Montagsdemo gegen Fluglärm auf dem Frankfurter Flughafen sorgt nicht nur weiterhin die neue Landebahn für Aufregung. Auch dass die Lufthansa ab Juni mit dem Steigschub bereits bei 300 Metern beginnen will, empört die Demonstranten.

Immer wieder montags ist die Erregungskurve bei den vom Fluglärm geplagten Anwohnern besonders hoch. Zum 60. Mal riefen von der Polizei geschätzte 780 Demonstranten am Montagabend „Die Bahn muss weg“; wie stets lag die von den Demonstranten geschätzte Teilnehmerzahl klar darüber. Zurzeit ist es nicht nur die vor eineinhalb Jahren eröffnete neue Landebahn, die für mächtig Aufregung sorgt. Ab 1. Juni will die Lufthansa ein flacheres Startverfahren einführen. Der Steigschub soll demnach bereits bei 1000 Fuß (305 Meter) statt wie bisher bei 1500 Fuß (457 Meter) einsetzen. Die Lufthansa erwartet von diesem Verfahren erheblich niedrigere Treibstoffkosten und damit auch weniger Ausstoß von Kohlendioxid.

Die Bürgerinitiativen laufen dagegen Sturm, befürchten sie doch noch mehr Lärm und größere Gefahr für die Gesundheit. Der Mainzer Professor Thomas Münzel, Vorstandsmitglied der Stiftung Mainzer Herz und Vorsitzender der Gesundheitsregion Rheinhessen, fordert die sofortige Ablösung des Lufthansa-Vorstandes. Michaela Haas von der Offenbacher Initiative sieht die Menschen im Rhein-Main-Gebiet erneut als Versuchskaninchen missbraucht, weil die Auswirkungen des neuen Startverfahrens ein Jahr lang beobachtet werden sollen.

Horst Bröhl-Kerner, Sprecher der Raunheimer Anti-Lärminitiative, wirft der Lufthansa eine magelhafte Informationspolitik vor. Im Nahbereich sei das neue Abflugverfahren um bis zu acht Dezibel lauter, erklärt Bröhl-Kerner und beruft sich dabei auf ein Papier der Zivilen Luftfahrt-Organisation ICAO. Deren Umweltkommission habe in einem Arbeitspapier auch von höheren Stickstoffkonzentrationen gesprochen.

Nach Angaben von Lufthansa-Sprecher Klaus Gorny folgt Deutschlands größte Airline nur „den vielen anderen Fluggesellschaften“, die das neue Verfahren weltweit und auch in Frankfurt schon länger praktizieren. Allein die Lufthansa erhofft sich von dem flacheren Abflug für die gesamte Flotte einen um 6000 Tonnen geringeren Kerosinverbrauch. Dadurch würden auch 18000 Tonnen (in Frankfurt 2200 Tonnen) weniger CO2 ausgestoßen. Computersimulationen hätten „in der Breite eine leichte Reduzierung des Lärms gezeigt“, sagte Gorny. Im Februar hatte die Lufthansa aufgrund „technischer Fragestellungen“ das neue Abflugverfahren nach wenigen Tagen abgebrochen. Die Probleme seien nun gelöst.

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