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Fluglärm Die Zukunft der Lärmpausen

Die Deutsche Flugsicherung (DFS) sieht Schwierigkeiten bei den Lärmpausen, wenn Starts und Landungen zunehmen. Vom 24. April bis 22. Oktober seien 90 Prozent der Pausen eingehalten worden, so die DFS.

Jetzt gibt es bei Ostwind Lärmpausen bei den Starts. Die „Drops“ kommen aber nur an ungeraden Tagen zum Zuge. Foto: Christoph Boeckheler

Beides zusammen gehe nicht, stellt Axel Raab, Pressesprecher der Deutschen Flugsicherung (DFS), fest. Gemeint sind zum einen die Lärmpausen von 5 bis 6 und von 22 Uhr bis 23 Uhr auf dem Frankfurter Flughafen und zum anderen die sogenannten „Drops“. Drops heißt nicht etwa, dass da etwas vom Himmel fällt, sondern ganz im Gegenteil: Es wird gestartet, und zwar in einem Verfahren, das Insider unter dem Namen „Dedicated Runway Operations“ kennen.

Es bedeutet, dass ebenfalls in der Zeit von 5 bis 6 und von 22 bis 23 Uhr nur auf einer der vier Bahnen gestartet wird – und zwar auf der Startbahn West. Selbst Jets, die eigentlich nach Norden wollen, fliegen erst nach Süden, bevor sie mit einer Linkskurve über Offenbach auf ihren Kurs gehen.

Weil die Anwohner unter der Abflugroute der Startbahn West bei diesem Verfahren besonders viel Lärm abbekommen, haben sich die Beteiligten darauf verständigt, dass „Drops“ nur an ungeraden Tagen zur Anwendung kommt. Und damit es sich mit dem derzeit praktizierten Lärmpausen-Modell verträgt, kommt es nunmehr nur bei Ostwind zum Tragen – bei Westwind haben die Lärmpausen Vorrang.

Als sie vor einem halben Jahr eingeführt wurden, waren die „Drops“ zunächst aus dem Repertoire der Fluglotsen gestrichen worden. „Weil die Situation auf dem Flughafen immer komplexer wird, wurden die Drops erst einmal ausgesetzt“, sagte Raab. Mitte Oktober wurden sie wieder ins Programm für den aktiven Lärmschutz aufgenommen.

Derzeit gibt es in der Stunde von 5 bis 6 Uhr täglich zehn bis fünfzehn Starts und 20 bis 35 Landungen. In der Stunde vor dem Nachtflugverbot von 23 bis 5 Uhr sind es 45 bis 55 Starts und 12 bis 20 Landungen. Wenn in den sogenannten Randzeiten künftig mehr Starts und Landungen abgewickelt werden müssten, weil der Flugverkehr zunehme, könnten, so Raab, mehr Lärmpausen ausgesetzt werden als im ersten halben Jahr.

Vom 24. April bis 22. Oktober seien 90 Prozent der Pausen eingehalten worden. Raab hat auch berücksichtigt, dass sich die Betriebsrichtung an einem Tag ändern kann. An 175 Tagen habe es insgesamt 350 Zeitfenster für die Lärmpausen gegeben. 96 dieser Zeitfenster hätten nicht genutzt werden können, weil Ostwind geherrscht habe. Insgesamt seien die Lärmpausen „bis jetzt gut gelaufen“, hätten aber den Lotsen im Tower mehr Stress beschert. Ob sie zu einer festen Einrichtung würden, sei nicht sicher, da niemand wisse, wie sich der Flugverkehr entwickeln werde.

Einen guten Überblick über Lärmpausen kann man sich im Internet verschaffen: wirtschaft.hessen.de.

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