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Fluglärm Der Dauerschallpegel soll geringer ausfallen

Die Frankfurter Rundschau beantwortet Fragen zur Lärmobergrenze und was die Anwohner in Zukunft erwarten könnten.

Es dröhnt gewaltig rund um den Flughafen. In Zukunft soll es leiser werden. Umstritten ist, wie eine Umsetzung erfolgen kann. Foto: dpa

Was würde ohne Lärmobergrenze geschehen?
Kommt es zu der im Planfeststellungsbeschluss zum Flughafenausbau angenommenen Zunahme an Flugbewegungen mit dem aktuellen Flottenmix und der derzeitigen Routenbelegung, würde es noch wesentlich lauter.

Was ist genau das Ziel der Lärmobergrenze?
Der Dauerschallpegel soll geringer ausfallen als im Planfeststellungsbeschluss für 2020 angenommen, und zwar den Lärm um 1,8 Dezibel reduzieren (minus drei Dezibel entspricht einer Halbierung). Die Grenze soll einen Anreiz bieten, mit weniger Lärm zu fliegen.

Wie wird die Grenze definiert?
Die Fläche, in der die Lärmbelastung besonders hoch ist, darf nicht mehr wesentlich größer werden als derzeit.

Was geschieht, wenn die Lärmobergrenze nicht eingehalten wird?
Nach einem Jahr der Überschreitung müssen Fraport und Airlines die Lärmreduktion umsetzen. Im zweiten Jahr in Folge werden die Bewegungszahlen eingefroren, bis die Obergrenze eingehalten wird. Klappt es immer noch nicht, will der Minister die Betriebsgenehmigung für den Flughafen ändern.

Wie wird das Einhalten der Obergrenze überprüft?
Jedes Jahr anhand der stattgefundenen Flugbewegungen. Dabei wird auch die Lärmkategorie jeder Maschine berücksichtigt.

Warum gibt es keine lokalen Obergrenzen, wie es in der Mediation im Jahr 2000 empfohlen wurde?
Die würden die Lage zementieren und die Einführung von Lärmentlastungen, etwa durch andere Flugrouten erschweren, sagt Minister Al-Wazir.

Wann kommen die Obergrenzen?
Der Minister tritt aufs Gas. In den nächsten Monaten sollen die Gespräche stattfinden. Zum Ende der Legislaturperiode in gut zwei Jahren soll das Modell eingeführt sein; freiwillig oder eben per Änderung der Betriebsgenehmigung.

Wer führt die Gespräche mit der Luftverkehrswirtschaft?
Eingebunden sind neben dem Land Hessen das Forum Flughafen und Region sowie die Fluglärmkommission.

Was geschieht noch auf Landesebene?
Bei der anstehenden Novellierung des Landesentwicklungsplans wird die Begrenzung des Fluglärms verankert.

Wie geht es mit den Bemühungen um Lärmreduzierung weiter?
Die Lärmentwicklung wird auch in Bereichen ab einem Dauerschallpegel von lediglich 50 Dezibel dargestellt. Es werden Prognosen erstellt, ob die Lärmobergrenze in den nächsten fünf Jahren berührt werden kann.

Was hat sich geändert gegenüber dem Planfeststellungsbeschluss?
Der Flughafenausbau erfolgte unter der Annahme, dass es im Jahr 2020 rund 701 000 Flugbewegungen gibt. Auf der Grundlage und dem damals angenommenen Flottenmix wurde die Lärmbelastung genehmigt. Die Verkehrsentwicklung zeigt, dass der Bedarf weitaus geringer ist. Außerdem sind mehr Menschen belästigt als damals angenommen.

Was ist, wenn die Menschen wieder mehr fliegen und Fraport die Kapazitäten für 701 000 Flugbewegungen benötigt?
Es muss nicht unbedingt lauter werden, sagt Al-Wazir. Er setzt auf den technischen Fortschritt und moderne Maschinen, die weniger Krach verursachen. Sollten im Jahr 2035 die 701 000 Flugbewegungen erreicht sein, würden leisere Flugzeuge eingesetzt.

Wie viele Menschen sind hoch belästigt?
Aus dem Ergebnis der Norah-Lärmwirkungsstudie geht hervor, dass in hoch betroffenen Gebieten (Dauerschallpegel von mindestens 55 Dezibel) etwa 90 000 Menschen hoch belästigt sind. Plus rund 210 000 Personen im weiteren Umkreis (50 Dezibel). Auch außerhalb dieses Bereichs gibt es demnach zusätzlich hoch belästigte Menschen.

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