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Fluglärm-Demo Mainz Tausende demonstrieren gegen Fluglärm

Beim Thema Fluglärm kehrt keine Ruhe ein. In Mainz fordern tausende Menschen ein absolutes Nachtflugverbot, einen Ausbaustopp und die Stilllegung der neuen Landebahn am Frankfurter Flughafen.

16.06.2012 15:15
Marius Johnen, dapd
Lärmgeschädigt: In Mainz demonstrieren tausende Menschen gegen den Fluglärm. Foto: dapd

Tausende Menschen haben in der Mainzer Innenstadt gegen Fluglärm durch den Frankfurter Flughafen demonstriert. Unter dem Motto „Mainz zieht Rot! Zeigt Fraport die Rote Karte“ zogen nach Polizeiangaben rund 9.000 Teilnehmer am Mittag vom Hauptbahnhof bis zum Gutenbergplatz. Dort fanden anschließend mehrere Kundgebungen statt. Neben einer absoluten Nachtruhe von 22.00 bis 6.00 Uhr und besseren Lärmschutzmaßnahmen forderten die Demonstranten einen Ausbaustopp des Frankfurter Flughafens.

Zu dem Protestzug hatten Bürgerinitiativen aus Mainz, Rheinhessen und dem Rheingau aufgerufen. Der rheinland-pfälzische Umweltstaatssekretär Thomas Griese (Grüne) warf der hessischen Landesregierung „Vertrauensbruch und Täuschung“ vor. Dass allein im Mai mehr als 200 Ausnahmen für Nachtflüge erteilt worden seien, zeige, dass sie „von ihrem einseitig verkehrsfreundlichen Kurs“ nicht abgewichen sei. Griese sprach von einem „Genehmigungsautomatismus“. Das Bundesverwaltungsgericht hatte im April das Nachtflugverbot von 23.00 bis 5.00 Uhr bestätigt.

Mainzer OB will keine Ruhe geben

Zudem forderte Griese neue Regeln für den Flugverkehr, die „die bisherigen Missstände beenden“. Ein nachhaltiges Verkehrskonzept, das die gesundheitlichen Belange vor die wirtschaftlichen Interessen stelle, sei unbedingt notwendig. Allerdings könne die Durchsetzung neuer Schutzmaßnahmen noch länger dauern. „Wir werden einen langen Atem brauchen“, sagte der Grünen-Politiker. Er kündigte an, bei der Umweltministerkonferenz in der kommenden Woche einen weiteren Antrag für besseren gesetzlichen Lärmschutz einzubringen.

Der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) sagte, dass die Stadt und die Region „nicht eher Ruhe geben, bis wir die Ruhe bekommen, die wir brauchen“. Man werde sich weiter juristisch gegen den Fluglärm wehren und für eine Schließung der Nordwest-Landebahn einsetzen, wenn sich Flughafenbetreiber Fraport und die deutsche Flugsicherung nicht in ihrer Position bewegen würden. „Wir werden die Schieflage korrigieren“, versprach Ebling.

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