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Fluglärm Ärzte fordern Schutz vor Lärm

Der Deutsche Ärztetag fordert in einem eindringlichen Appell Bund und Länder auf, die Bevölkerung besser vor Fluglärm zu schützen. Der Luftverkehr belaste die Gesundheit der Bevölkerung schwer, neue Gesetze seien notwendig.

Das Bundes-Ärzteparlament fordert die Politik zum Handeln auf: Bürger sollen vor Fluglärm besser geschützt werden. Foto: Michael Schick

Der Deutsche Ärztetag fordert in einem eindringlichen Appell Bund und Länder auf, die Bevölkerung besser vor Fluglärm zu schützen. Der Luftverkehr belaste die Gesundheit der Bevölkerung schwer, neue Gesetze seien notwendig.

Das Bundes-Ärzteparlament hat in der vergangenen Woche in Nürnberg eine Entschließung verabschiedet, die die Politik zu raschem Handeln auffordert, um die Bürger „nachhaltig und umfassend vor den Folgen des Flugverkehrs durch Flugzeugabgase und Lärmemissionen zu schützen“. Sämtliche Regeln für den Flugbetrieb müssten so angelegt werden, dass der Schutz der Bevölkerung eindeutig vor den wirtschaftlichen Interessen von Fluggesellschaften und Flughäfen rangiere. „Es ist Zeit für einen Paradigmenwechsel.“

Das derzeit geltende Fluglärmgesetz entfalte unter allen Immissionsschutzgesetzen die schlechteste Schutzwirkung. Nach Ansicht der 250 Delegierten ist ein gesundheitsgefährdender Flugbetrieb nie wirtschaftlich. Das Parlament erinnert an die Studie des Umweltbundesamtes, das allein für den Bereich des Frankfurter Flughafens „vermeidbare Gesundheitskosten in Höhe von 400 Millionen Euro zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Krankheiten“ ermittelt hat. Demgegenüber werde der Flugverkehr in Europa mit 30 Milliarden Euro pro Jahr subventioniert.

Die aktuell angewandten Lärmberechnungsverfahren würden die Risiken verharmlosen und Verantwortlichkeiten verdecken. Dies gelte insbesondere für Einzelschallereignisse. Für die Ärzte sei es nicht hinnehmbar, „wirtschaftliche Interessen wider besseren Wissens flächendeckend zu Lasten der Gesundheit und der Lebensqualität der Bevölkerung durchzusetzen“.

Am Frankfurter Flughafen haben am Montagabend wieder 2000 Menschen, so die Angabe der Veranstalter, gegen die Nordwestlandebahn protestiert. Das Bündnis der Bürgerinitiativen will sich auch die Gelegenheit nicht entgehen lassen, beim großen Abschied von Petra Roth (CDU) Spalier zu stehen. Für den 11. Juni hat der Sprecher des Bündnisses, Berthold Fuld, auf dem Paulsplatz eine Demonstration angemeldet. Ab 16 Uhr wollen die Ausbaugegner und Befürworter eines Nachtflugverbotes von 22 bis 6 Uhr der scheidenden OB noch mal ihren ganzen Unmut kundtun. Zu dem Termin wird auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erwartet, so dass der Zorn der Demonstranten zwei der prominentesten Ausbaubefürworterinnen trifft.

Ärger über Ausnahmegenehmigungen

Unmut äußern die Bürgerinitiativen auch über den hessischen Verkehrsminister, der im Mai 138 Ausnahmegenehmigungen für verspätete Starts nach 23 Uhr erteilt habe. Das Bündnis fordert eine sofortige Beschränkung der Flugbewegungen in der Zeit zwischen 23 und 24 Uhr. In dem Protestschreiben unterstellen die Flughafenausbaugegner den Fluggesellschaften ein Unterlaufen des Nachtflugverbotes. Da werde auch auf verspätete Anschlussreisende gewartet. Das sei durch den Planfeststellungsbeschluss nicht gedeckt. Fraport und Genehmigungsbehörde bestreiten das absichtliche Warten.

Auf Unverständnis kritischer Flughafenbeobachter stößt auch, dass die Fraport bei einer Handvoll von täglichen Flügen Startzeiten zwischen 4.45 und 4.55 Uhr angibt. „Das ist der Zeitpunkt,
an dem die Fluzeugtüren geschlossen werden“, weist Fraport-Sprecher Dieter Hulick Vorwürfe einer gezielten Provokation zurück.

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