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Flughafenausbau Fraport reagiert unverbindlich

Tarek Al-Wazir stößt mit seinem Vorschlag zum Ausbau des Terminals 1 auf wenig Begeisterung. Fraport urteilt, die Prüfergebnisse der Landesregierung bestätigten im Wesentlichen die eigenen Gutachten.

04.03.2015 16:52
Pitt von Bebenburg, Jutta Rippegather
Die Grafik zeigt einen Blick in das Terminal 3. Foto: Fraport

Der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) ist mit seinem Vorschlag zum Ausbau des Terminals 1 am Frankfurter Flughafen auf unterschiedliche Reaktionen gestoßen. Am Mittwoch hatte der Minister im Wirtschaftsausschuss des Landtags seine Idee vorgestellt, wie der Bau eines dritten Terminals zumindest vorerst unterbleiben könnte.

Mit dem Umbau des „A-Fingers“ und des Flugsteigs C am Terminal 1 könnten Kapazitäten für mehr Passagiere und zur Abfertigung von vier weiteren Großraumflugzeugen geschaffen werden, sagte Al-Wazir. Das Projekt würde nach den Berechnungen seiner Gutachter etwa 860 Millionen Euro kosten, während Fraport für Terminal 3 rund 2,7 Milliarden Euro veranschlagt.

Fraport geht davon aus, dass in Terminal 3 bis zu 14 Millionen zusätzliche Passagiere pro Jahr abgefertigt werden könnten; dagegen wären es beim Umbau der bestehenden Abfertigungshalle 1 nach Al-Wazirs Annahmen nur rund drei Millionen. Der Minister stützte sich auf drei Gutachten, die unter anderem die Prognosen von Fraport einer Prüfung unterzogen hatten. Die Fraport-Pläne gingen von allzu optimistischen Szenarien für die Entwicklung der Konjunktur aus, sagte Al-Wazir. Fraport sei demnach „gut beraten, die Alternativen noch einmal gründlich zu prüfen“.

Linke: "Bankrotterklärung der Grünen"

Fraport reagierte unverbindlich auf den Vorschlag. Die Gutachten des Ministeriums waren dem Unternehmen nach Al-Wazirs Worten erst einen Tag vor der Präsentation im Landtag zugegangen. Der Flughafenbetreiber urteilte, die Prüfergebnisse der Landesregierung bestätigten im Wesentlichen die eigenen Gutachten. „Fraport wird sie im Detail durcharbeiten und die Erkenntnisse in seine abschließende Bewertung einfließen lassen“, teilte der Konzern mit.

SPD und Linke gehen nicht davon aus, dass Al-Wazirs Vorschlag irgendetwas an der von Fraport bereits getroffenen Entscheidung für Terminal 3 ändern wird. Dass diese Halle errichtet werde, sei „so sicher wie das Amen in der Kirche“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel. Die schwarz-grüne Regierung solle „die Provinzposse beenden“.

Nach Ansicht der Sozialdemokraten ist der Vorschlag Al-Wazirs ohnehin nicht ernst gemeint. Da auch der Minister wisse, dass Fraport das Terminal 3 bauen wolle, sei der Plan zum Umbau der bestehenden Halle gar nicht an das Unternehmen gerichtet, sondern ausschließlich „an die eigenen grünen Reihen“, beklagte der SPD-Abgeordnete Marius Weiß.

Die Linken sprachen von einer „Bankrotterklärung der Grünen“. Fraktionschefin Janine Wissler sagte, es sei „wirklich traurig, dass die Grünen zu ihrem Wahlversprechen, T3 zu verhindern, nicht mehr stehen“. Al-Wazir hatte gesagt, dass die neue Halle rechtlich nicht zu verhindern sei. Man könne nur noch ökonomische Argumente liefern.

Die hessischen Unternehmerverbände vermissten ein „klares Ja“ Al-Wazirs zum Bau von Terminal 3. Hessens Wirtschaft halte den Flughafenausbau ebenso wie einen zeitnahen Baubeginn für „unverzichtbar“.

Marius Weiß (SPD) und Jürgen Lenders (FDP) fragten im Wirtschaftsausschuss nach, ob für den Umbau von Terminal 1 ein neuer Planfeststellungsbeschluss erforderlich sei. Da dieser in der Regel jahrelang Zeit beansprucht, könnte das eine Verzögerung bedeuten. Al-Wazir legte sich in dieser Frage nicht fest. Das sei von einem konkreten Antrag der Fraport abhängig, sagte er. Zugleich wies der Minister aber darauf hin, dass der bereits erfolgte Bau des „A-Fingers“ ohne ein solches Verfahren möglich gewesen sei.

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