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Flughafen Wieder Boeing-Trümmer entdeckt

Eine Spaziergängerin stößt im Frankfurter Stadtwald auf weitere Flugzeugteile. Vermutlich stammen die Trümmer von der Boeing 747 der Korean Air, von der in dieser Woche schon Teile einer Landeklappe im Wald entdeckt worden waren.

Im Stadtwald fallen nicht nur Blätter herab. Foto: FAG

Wieder hat eine Spaziergängerin Flugzeugteile im Frankfurter Stadtwald entdeckt. Die fünf Trümmerteile lagen nur wenige Meter von einem stark benutzten Weg am Maunzenweiher in Oberrad entfernt, sagt Dirk Emmerich, Vorsitzender der Wählergemeinschaft Flughafenausbau Gegner (FAG). Die Frau hatte ihn über ihren Fund informiert. Sie hatte am Donnerstag die Stücke in eine Tasche gepackt und mit nach Hause genommen, wo Emmerich sie fotografierte, bevor die Polizei sie mitnahm. Das größte Exemplar sei rund 20 Zentimeter lang, 60 Zentimeter breit, wiege zwischen 250 und 350 Gramm, sagt Emmerich. „Zusammengesteckt ergeben die Teile eine Gesamtlänge von rund einem Meter.“

Emmerich informierte die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (Bfu) in Braunschweig. Die bestätigt den Fund. „Das ist dramatisch und gefährlich für Bürger, die unter dem Flughafen leben“, sagt Sprecher Germout Freitag. Vermutlich stammten die Trümmer von der selben Maschine, von der in dieser Woche schon Teile einer Landeklappe im Wald entdeckt worden waren. Ob dem so ist, könne die Behörde voraussichtlich Mitte nächster Woche sagen.

Abschlussbericht in einem Jahr

Wesentlich länger dauert es, bis fest steht, warum die Boeing 747 der Korean Air den Klappen-Teil verlor. Die Airline bestätigt auf Anfrage, dass nach der Landung der Cargo-Maschine am 8. Oktober der Schaden bemerkt worden war. Ein Augenzeuge hatte auch die Polizei benachrichtigt, das Bfu wurde eingeschaltet, sagt Christopher Holschier, Sprecher der Flughafenbetreiberin Fraport, die ebenfalls informiert wurde. In Abstimmung mit der Bfu hätten Polizisten in dem Tagen nach dem 8. Oktober im Wald nach Trümmern gesucht.

Gefunden wurden sie schließlich von Spaziergängern. Die Stücke unter der Einflugschneise der Centerbahn werden jetzt nach Braunschweig geschickt, sagt Behörden-Sprecher Freitag. Mit einem Zwischenstand der Untersuchung könne in sechs bis acht Wochen gerechnet werden, der Abschlussbericht sei in einem Jahr zu erwarten.

Eine lange Zeit. Aus dem hessischen Verkehrsministerium heißt es, man könne nur wiederholen, dass der Vorfall „zügig und umfassend“ aufgeklärt werden muss. Die Zuständigkeit, sagt Sprecher Marco Kreuter, liege bei der Bundesstelle. „Uns sind die Hände gebunden.“

FAG-Sprecher Emmerich hingegen sieht auch die Politik in der Verantwortung: „Die Landesregierung hat die Pflicht, ihre Bürger zu schützen.“ Er fordert die Schließung der Centerbahn und der Nordwestlandebahn, die über stark besiedeltes Gebiet angeflogen werde. „Alternativ müssen sie für Flugzeuge des Typs 747 gesperrt werden.“

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