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Flughafen „Ultrafeinstäube werden größtes Projekt“

Sarah Schuhmacher, neue Leiterin der Stabsstelle Fluglärmschutz, über ihre Pläne und ihren Blick von außen als Zugezogene.

Flugzeug
Ein Flugzeug am Frankfurter Flughafen. Foto: Christoph Boeckheler

Die städtische Stabsstelle für Fluglärmschutz hat seit Juli eine Leiterin. Sarah Schuhmacher (35) hat zuvor in der Tontechnik beim Bayerischen Rundfunk auf Führungsebene gearbeitet. Mit Messwerten, Dezibel und Schallwellen kennt sich die Ingenieurin aus.

Frau Schuhmacher, mit welchen Themen haben Sie hier in Frankfurt angefangen?
Mit vielen verschiedenen Themen, darunter Anfragen vom Ortsbeirat und Fraktionen. Bürger meldeten per Mail und Telefon außergewöhnliche Flugereignisse, die wir bei der Deutschen Flugsicherung klären. Ein wichtiges Thema ist auch das Beantragen von Zuschüssen zum passiven Schallschutz. Unser größtes Projekt werden nun Ultrafeinstaub-Messungen.

Haben Sie sich vorher schon mit Fluglärm beschäftigt?
Ich kenne mich mit vielen Arten von Lärm aus. Speziell der Fluglärm ist ein neues Feld für mich. Ich komme allerdings aus dem Bereich Akustik, weiß wie man Lärm messen kann, wie Lärm entsteht. Das technische Know-how ist wichtig für meine Position. Dennoch arbeite ich mich aktuell ein, um die Situation in Frankfurt vollständig greifen zu können. Dabei habe ich als Hinzugezogene einen unvoreingenommenen Blick auf die Fluglärmsituation, was ich für von Vorteil halte.

Was reizt Sie an dieser Aufgabe?
Als Ingenieurin reizt es mich natürlich, das Thema Lärm auch durch maschinenverursachte Töne mit unmittelbarer Wirkung auf den Menschen anzugehen und Verbesserungen zu schaffen.

Wie wollen Sie diese Belastung mindern?
Es braucht einen langen Atem, aber Flugrouten oder Anflugwinkel sind nicht in Stein gemeißelt, an neuen Triebwerken wird geforscht. Die Stabsstelle kämpft dafür, die Flugbewegungen in den Nachtrandstunden auszudünnen. Ein Flugverbot von 23 bis 5 Uhr ist gut, von 22 bis 6 Uhr ist besser. Zum Wohle unserer Gesundheit. Auch müssen Kindergärten, Altenheime und andere öffentliche Einrichtungen mehr Unterstützung im passiven Schallschutz erhalten.

Nun sind Sie nicht die einzige im Land, die sich mit Fluglärmschutz beschäftigt. Wie sehen die Kontakte zu anderen Akteuren aus?
Wir treffen uns mit regionalen Bürgerinitiativen, tauschen uns mit der Zukunftsinitiative Rhein-Main aus, halten den Kontakt mit dem hessischen Verkehrsministerium, treffen uns kontinuierlich mit dem städtischen Umweltdezernat und waren im Umweltministerium in Berlin. Für kommende Woche steht bereits das dritte Treffen mit Fraport an.

Was ist mit den Fluglärmgegnern, waren Sie schon auf einer Montagsdemo am Flughafen?
Ich war bereits am Frankfurter Flughafen, möchte aber zeitnah die Montagsdemos besuchen. Viele Vertreter der Bürgerinitiativen habe ich schon bei unserem Fluglärmtag am 31. Juli kennengelernt.

Glauben Sie wirklich, dass Sie persönlich für mehr Ruhe sorgen können?
Ich wünschte, wir könnten in kürzester Zeit große Verbesserungen bewirken. Wir müssen jedoch kontinuierlich mit vielen kleinen Schritten nach vorne gehen. Wie gesagt, zahlreiche Akteure sind am Thema beteiligt.

Sie erwähnten das Projekt Ultrafeinstaub. Die Stabsstelle hat das Budget für zwei Messstationen bewilligt bekommen. Wie weit sind Sie?
Der Ausschreibungsprozess läuft und wir tauschen uns mit vielen Experten aus. Wir überlegen, was die Geräte leisten müssen und wo wir sie am effektivsten aufstellen. Das soll noch dieses Jahr geschehen. Danach werden die Werte aufbereitet, auswertet und veröffentlicht. Deshalb suchen wir Institute, mit denen wir zusammenarbeiten können.

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